Wang Geon gründet Goryeo
In jeder Szene klingen Wind, Lagerfeuer und Fluss anders, und die Musik folgt dem Lauf der Geschichte.
Ende des 9. Jahrhunderts geriet Silla ins Wanken. Das Königshaus versank in Machtkämpfen, und von Steuern gepeinigte Bauern erhoben sich überall im Land. 900 gründete Gyeon Hwon in der Provinz Wansan (heute Jeonju) „Später-Baekje“, 901 der Mönch Gungye, der aus dem Königshaus von Silla stammen soll, in Songak „Später-Goguryeo“. Das Land war wieder dreigeteilt – die Zeit der Späteren Drei Reiche. An der Küste von Songak lebte eine Familie, die mit Seehandel zu großer Macht gelangt war. Es war die Familie von Wang Geon.
Figuren
918, 42 Jahre alt
Nannte sich selbst Maitreya
Wang Geons Frau
Will Wang Geon zum König machen
Im sechsten Monat 918 in Cheorwon, der Hauptstadt von Taebong: Mitten in der Nacht strömten Menschen mit Fackeln auf den Palast zu.
An ihrer Spitze zog der zweiundvierzigjährige General Wang Geon.
Die Geschichte beginnt zweiundzwanzig Jahre zuvor in Songak, einer Stadt am Meer.
Wang Ryung, ein Machthaber aus Songak, stand einer Familie vor, die mit Seehandel großen Reichtum angehäuft hatte.
an Gungye in Cheorwon.
Macht meinen Sohn
zum Burgherrn.
896 stellte sich Wang Ryung in Gungyes Dienst. Der zwanzigjährige Wang Geon wurde General unter Gungye.
Wang Geon kannte das Meer. 903 führte er eine Flotte an der Küste des Gelben Meeres entlang nach Süden und eroberte Geumseong (heute Naju) im Rücken von Später-Baekje.
Mitten in Gyeon Hwons Land wehte nun Gungyes Banner.
Eines Jahres ließ Wang Geon auf einem Feldzug sein Pferd unter einer alten Weide in Jeongju (heute Kaepung) rasten. Am Bach stand eine Frau.
des Ältesten dieses Ortes.
Wang Geon blieb eine Nacht in jenem Haus und zog dann wieder in den Krieg. Danach kam lange keine Nachricht mehr.
Um mit keinem anderen verheiratet zu werden, schor sie sich das Haar, wurde Nonne und wartete. So berichtet es das Goryeosa (Geschichte Goryeos).
Als Wang Geon davon hörte, suchte er sie auf und nahm sie zur Frau.
Euch warten ließ.
905 verlegte Gungye seine Hauptstadt nach Cheorwon, 911 gab er seinem Reich den Namen „Taebong“.
Ich blicke in die
Herzen der Menschen!
Er gab sich als Maitreya-Buddha aus, trug eine goldene Spitzhaube und bezeichnete seine beiden Söhne als Bodhisattvas. Unter dem Vorwand, mit „Gedankenlesen“ (Gwansimbeop) die Herzen zu durchschauen, tötete er Unschuldige.
Als Königin Gang 915 versuchte, den König von seinen Verfehlungen abzubringen, tötete Gungye sie – und sogar ihre beiden Söhne.
Eines Tages ließ Gungye Wang Geon vor sich rufen.
GungyeIhr sollt letzte Nacht Leute versammelt und Verrat geplant haben. Was hat das zu bedeuten?
Wang Geon…Nichts dergleichen ist geschehen.
GungyeTäuscht mich nicht! Ich blicke in die Herzen!
Da ließ der Schreiber Choe Eung, der dabeisaß, mit Absicht den Pinsel fallen.
Wang Geon warf sich nieder: „Euer Diener hat Verrat geplant und verdient den Tod.“
Gungye lachte schallend und verzieh ihm. Der Mann sei ehrlich, sagte er.
In einer Nacht im sechsten Monat 918 kamen vier Generäle heimlich zu Wang Geons Haus: Hong Yu, Bae Hyeon-gyeong, Sin Sung-gyeom und Bok Ji-gyeom.
und hat sogar Frau und Kinder getötet.
Herr, erhebt Euch!
festgehalten. Mag der König grausam sein –
wie könnte ich ihn verraten?
den trifft stattdessen sein Unheil!
Da trat Frau Yu, seine Gemahlin, hinter dem Vorhang hervor.
Frau YuEinen Gerechten zu erheben, um einen grausamen König zu ersetzen – das ist seit alters geschehen.
Frau YuHöre ich die Generäle, packt selbst mich, eine Frau, der Zorn. Wie viel mehr Euch, einen ganzen Mann!
Eigenhändig legte sie ihrem Mann die Rüstung an.
Viele Jahre seit der Begegnung unter der Weide. In jener Nacht gürtete sich Wang Geon das Schwert um.
Die Generäle nahmen Wang Geon in ihre Mitte, traten aus dem Tor und riefen:
Vor dem Palasttor warteten schon mehr als 10.000 Menschen und schlugen die Trommeln.
Gungye verkleidete sich und schlich heimlich aus der Stadt.
Hungernd irrte er durch die Berge, aß gestohlene Gerstenähren – und starb durch die Hand der Leute von Buyang.
15. Tag des 6. Monats 918
Pojeongjeon-Halle, Cheorwon.
Wang Geon bestieg
den Thron.
Der Name des Reiches: „Goryeo“ – Erbe von Goguryeo.
Der Äraname lautete „Cheonsu“ – „vom Himmel verliehen“.
Der König befahl, dem Volk weniger abzunehmen, und senkte Gungyes drückende Steuern wieder auf ein Zehntel der Ernte.
Im folgenden Jahr, 919, verlegte der König die Hauptstadt in seine Heimat Songak: Gaegyeong, die Stadt an der Flussmündung zum Meer.
An seiner Seite stand die Frau, der er unter der Weide von Jeongju begegnet war: Königin Sinhye.
Doch noch war das Land dreigeteilt. Im Süden lag Gyeon Hwons Später-Baekje, im Osten das niedergehende Silla.
Achtzehn weitere Jahre sollten vergehen,
bis Goryeo dieses Land wieder einte.
