Hwangsanbeol
In jeder Szene klingen Wind, Lagerfeuer und Fluss anders, und die Musik folgt dem Lauf der Geschichte.
Kim Yu-sin, ein Nachfahre der Gaya-Könige, wurde mit fünfzehn ein Hwarang und soll mit achtzehn mit einem kostbaren Schwert allein in die tiefen Berge gegangen sein, um zum Himmel zu beten. 629 machte er sich vor der Festung Nangbi einen Namen, als er allein in die feindlichen Reihen hinein- und wieder herausritt, und 648 gab er acht gefangene Baekje-Befehlshaber frei, um die Gebeine von Kim Chun-chus Tochter und ihrem Mann zurückzuholen, die in der Festung Daeya umgekommen waren. Im fünften Monat 660 schließlich zog der sechsundsechzigjährige Kim Yu-sin mit Kim Chun-chu (König Taejong Muyeol), der inzwischen König war, aus Seorabeol aus, um Baekje anzugreifen.
Figuren
Führt 5.000 Todesentschlossene
Ältester Sohn von König Mu
Schrieb im Kerker einen letzten Brief
Sohn von Pumil
Gwanchangs Vater
66 Jahre alt
9. Tag des 7. Monats 660: Hwangsanbeol.
Der Baekje-General Gyebaek hatte zuerst das unwegsame Gelände besetzt und an drei Stellen Lager aufgeschlagen. Von Osten, ihm gegenüber, rückte Sillas Heer von 50.000 Mann heran.
Baekjes Todesentschlossene zählten fünftausend. Das Silla-Heer war zehnmal so stark.
Wie kam es, dass Baekje sich auf diesem Feld
dem Schicksal des Reiches entgegenstellen musste?
Die Geschichte beginnt vier Jahre zuvor in Sabi, der Hauptstadt Baekjes.
Frühling 656. Das Samguk Sagi berichtet, König Uija habe sich um diese Zeit mit seinen Hofdamen den Vergnügungen hingegeben und unablässig getrunken.
Kümmert Euch um die Regierung!
In den Kerker mit ihm!
Der König geriet in Zorn und ließ Seongchung in den Kerker werfen. Danach wagte kein Minister mehr, offen die Wahrheit zu sagen.
Im Kerker wurde Seongchung von Tag zu Tag hagerer. Als der Tod nahte, schrieb er dem König einen letzten Brief.
Ein letztes Wort noch, dann will ich sterben.
so lasst sie zu Land
nicht über Tanhyeon
nicht nach Gibeolpo hinein.
kann das Reich bewahren.
Der König beachtete den Brief nicht. So starb Seongchung im Kerker.
Im Sommer 660, so berichtet das Samguk Sagi, drang ein Geist in den Palast, schrie und verschwand in der Erde. Als man an der Stelle grub, kam eine Schildkröte mit einer Schrift auf dem Rücken zum Vorschein.
Baekje geht unter!
Silla der Mondsichel.
und nimmt bald ab; die Sichel
aber nimmt zu.
Erzürnt über die Deutung ließ der König die Schamanin töten. Da trug jemand eine andere Deutung vor.
Der Vollmond heißt: in voller Kraft; die Sichel: noch schwach.
Das bedeutet, unser Reich blüht, und Silla wird schwächer.
Das gefiel dem König.
Im dritten Monat 660 gab Kaiser Gaozong von Tang dem General Su Dingfang 130.000 Mann und schickte ihn gegen Baekje. Im sechsten Monat traf Su Dingfang auf der Insel Deongmul (heute Deokjeok) den Silla-Kronprinzen Beommin.
südlich von Baekje das Heer des Großkönigs
und zerschmettere Uijas Hauptstadt!
Die Tang-Schiffe sollen sich tausend Li weit aneinandergereiht haben, als sie das Meer überquerten.
Aus Silla zogen Kronprinz Beommin, Großgeneral Kim Yu-sin, die Generäle Pumil und Heumsun und andere mit 50.000 Elitesoldaten gegen Baekje.
Gwanchang zog als Unterbefehlshaber seines Vaters Pumil mit.
Die beiden Heere wollten sich am 10. Tag des 7. Monats vereinigen und gemeinsam Sabi, die Hauptstadt Baekjes, angreifen. Das Tang-Heer sollte über das Meer durch Gibeolpo kommen, das Silla-Heer zu Land über Tanhyeon.
Auf die Nachricht vom Anmarsch der Feinde versammelte der König seine Minister und fragte, wie man kämpfen solle.
Schlagt zu, wenn sie an Land gehen!
Schlagt zuerst Silla
und brecht seinen Mut!
Der unschlüssige König schickte einen Boten zu Jwapyeong Heungsu, der wegen eines Vergehens in den Kreis Gomamiji (heute Jangheung) verbannt war, und ließ ihn fragen.
die Schlüsselpässe unseres Reiches. Ein Mann
mit einem Speer hält dort
zehntausend auf.
Er soll tapfere Männer
dorthin schicken, selbst
standhalten und warten,
bis der Feind ermüdet.
Doch die hohen Minister trauten Heungsus Worten nicht.
Heungsu war lange in Haft und grollt seinem König.
Auf seinen Rat können wir nichts geben.
Greife man den Feind erst an, wenn er in die engen Wege eingedrungen sei, so sei es, als finge man Hühner im Käfig oder Fische im Netz. Der König folgte diesem Rat.
im Baekgang,
und Silla hat
Tanhyeon überschritten!
Führe die Todesentschlossenen
nach Hwangsan und halte sie auf!
Der König ernannte Dalsol Gyebaek zum General und schickte ihn mit 5.000 todesbereiten Soldaten in den Kampf.
In Hwangsanbeol angekommen, legte Gyebaek vor dem Zusammenstoß mit dem Silla-Heer vor seinen Soldaten einen Schwur ab.
ob unser Reich überlebt, weiß niemand.
mit 5.000 Mann
Wus 700.000!
und vergelte dem Reich seine Gnade!
Kim Yu-sin teilte sein Heer in drei Kolonnen und griff an.
Viermal kämpften sie,
und alle vier Male siegte das Baekje-Heer.
Jeder Baekje-Soldat soll es mit tausend aufgenommen haben. Den Silla-Soldaten schwanden die Kräfte.
Der Silla-General Kim Heum-sun rief seinen Sohn Bangul zu sich.
für einen Sohn nichts Höheres als Kindespflicht.
erfüllt beides, Treue und Kindespflicht.
Bangul stürmte in die feindlichen Reihen, kämpfte verbissen und fiel.
Dann stellte Pumil, General der Linken, seinen Sohn Gwanchang vor sein Pferd, zeigte auf die Befehlshaber und sprach:
doch sein Wille und sein Mut sind kühn.
allen drei Heeren
ein Vorbild sein?
Auf einem gepanzerten Pferd, mit einem einzigen Speer, sprengte Gwanchang geradewegs in die feindlichen Reihen.
Er streckte einige Männer nieder, doch die Feinde waren viele und die Seinen wenige, und schließlich wurde Gwanchang gefangen genommen.
Der gefangene Gwanchang wurde vor Gyebaek, den Oberbefehlshaber Baekjes, geschleppt.
noch ein Knabe.
herausragende Männer.
wie erst die Männer!
Gyebaek brachte es nicht über sich, dem jungen, tapferen Knaben etwas anzutun.
Gwanchang, lebend zurückgekehrt, sagte:
keinen Befehlshaber erschlagen
und keine Fahne erbeutet habe.
schaffe ich es gewiss.
Gwanchang schöpfte mit den Händen Wasser aus dem Brunnen, trank, stieg wieder aufs Pferd und galoppierte auf die feindlichen Reihen zu.
Gwanchang stürmte erneut in das Lager der Baekje.
Als Gwanchang erneut gefangen wurde, ließ Gyebaek ihn diesmal nicht am Leben.
Das Pferd, auf dem Gwanchang davongeritten war, kehrte ins Silla-Lager zurück.
für das Reich…
Als die Silla-Soldaten das sahen, waren sie alle zum Sterben bereit. Unter Trommelschlag und Kriegsgeschrei rückten sie vor.
Das Baekje-Heer war zu klein, und seine Kraft war erschöpft.
Gyebaek fiel kämpfend auf jenem Feld.
Jwapyeong Chungsang, Sangyeong und gut zwanzig weitere wurden gefangen genommen.
Am selben Tag erreichte das Tang-Heer unter Su Dingfang und Kim In-mun Gibeolpo an der Mündung des Geum-Flusses.
Sie legten Weidenmatten auf das schlammige Watt, bahnten sich so einen Weg, gingen an Land und schlugen die Baekje-Truppen, die sich ihnen entgegenstellten, vernichtend.
Nach Hwangsanbeol erreichte das Silla-Heer das Lager der Tang. Su Dingfang geriet in großen Zorn, weil es später als vereinbart kam.
Enthauptet Sillas Inspektor
Kim Mun-yeong
am Lagertor!
von Hwangsan nicht einmal gesehen
und rechnet uns nur die Verspätung an!
Erst rechnen wir mit den Tang ab,
dann schlagen wir Baekje!
Das Samguk Sagi berichtet, in diesem Augenblick sei das kostbare Schwert an Kim Yu-sins Hüfte von selbst aus der Scheide gesprungen.
Als Su Dingfangs General der Rechten, Dong Baoliang, ihm auf den Fuß trat und ihm eine Warnung zuflüsterte, ließ Su Dingfang Kim Mun-yeong frei.
Am 12. Tag des 7. Monats umzingelten das Tang- und das Silla-Heer die Festung Sabi.
und nicht nach Gibeolpo hinein.
ist es so weit gekommen!
In der Nacht des 13. schlich sich König Uija mit seinen Vertrauten aus der Festung und ging in die Festung Ungjin.
In der Festung Sabi, die der König verlassen hatte, machte sich sein zweiter Sohn Tae selbst zum König und verteidigte die Festung.
Doch die Menschen ließen sich an Seilen über die Mauern hinab, und die Tang-Truppen stiegen auf die Zinnen und pflanzten Tang-Fahnen auf.
Schließlich öffnete auch Tae die Tore.
Eine alte Aufzeichnung im Samguk Yusa berichtet, beim Fall der Festung Sabi hätten sich die Hofdamen von einem großen Felsen am Flussufer nördlich der Hauptstadt in den Fluss gestürzt.
Dieser Fels wurde später „Fels der fallenden Blüten“ genannt: Nakhwaam.
Am 18. Tag des 7. Monats kam König Uija aus der Festung Ungjin heraus und ergab sich. Am 2. Tag des 8. Monats gaben König Muyeol und Su Dingfang ein Fest und ließen König Uija ihnen Wein einschenken.
Alle Minister Baekjes weinten mit erstickter Stimme.
Am 15. Tag des 8. Monats meißelten die Tang in die fünfstöckige Steinpagode eines Tempels mitten in Sabi eine Inschrift über ihre Befriedung Baekjes: die „Inschrift über die Befriedung Baekjes durch das Große Tang“.
und nimmt bald ab…
Am 3. Tag des 9. Monats verließ Su Dingfang Sabi zu Schiff, mit König Uija, 93 Angehörigen des Königshauses und Beamten sowie 12.000 einfachen Leuten.
Im elften Monat jenes Jahres wurde König Uija nach Luoyang in Tang gebracht, wo er bald darauf an einer Krankheit starb.
So fiel Baekje, das 18 v. Chr.
am Han-Fluss entstanden sein soll.
Doch der Kampf der Menschen von Baekje war noch nicht zu Ende.


