‹ Übersicht
Folge 40Hwangsanbeol
DE
Folge 40

Hwangsanbeol

Untergang von Baekje · 660
Nach unten scrollen ↓
🎧 Mit Ton wird es noch lebendiger.
In jeder Szene klingen Wind, Lagerfeuer und Fluss anders, und die Musik folgt dem Lauf der Geschichte.
Was bisher geschah

Kim Yu-sin, ein Nachfahre der Gaya-Könige, wurde mit fünfzehn ein Hwarang und soll mit achtzehn mit einem kostbaren Schwert allein in die tiefen Berge gegangen sein, um zum Himmel zu beten. 629 machte er sich vor der Festung Nangbi einen Namen, als er allein in die feindlichen Reihen hinein- und wieder herausritt, und 648 gab er acht gefangene Baekje-Befehlshaber frei, um die Gebeine von Kim Chun-chus Tochter und ihrem Mann zurückzuholen, die in der Festung Daeya umgekommen waren. Im fünften Monat 660 schließlich zog der sechsundsechzigjährige Kim Yu-sin mit Kim Chun-chu (König Taejong Muyeol), der inzwischen König war, aus Seorabeol aus, um Baekje anzugreifen.

Figuren

GyebaekBaekje-General · Dalsol
Führt 5.000 Todesentschlossene
König UijaKönig von Baekje
Ältester Sohn von König Mu
SeongchungEin Jwapyeong Baekjes
Schrieb im Kerker einen letzten Brief
GwanchangHwarang aus Silla · 16 Jahre alt
Sohn von Pumil
PumilSillas General der Linken
Gwanchangs Vater
Kim Yu-sinSillas Großgeneral · Sangdaedeung
66 Jahre alt

9. Tag des 7. Monats 660: Hwangsanbeol.

GyebaekBaekje-General · Dalsol

Der Baekje-General Gyebaek hatte zuerst das unwegsame Gelände besetzt und an drei Stellen Lager aufgeschlagen. Von Osten, ihm gegenüber, rückte Sillas Heer von 50.000 Mann heran.

Baekjes Todesentschlossene zählten fünftausend. Das Silla-Heer war zehnmal so stark.

Wie kam es, dass Baekje sich auf diesem Feld
dem Schicksal des Reiches entgegenstellen musste?

Die Geschichte beginnt vier Jahre zuvor in Sabi, der Hauptstadt Baekjes.

Frühling 656. Das Samguk Sagi berichtet, König Uija habe sich um diese Zeit mit seinen Hofdamen den Vergnügungen hingegeben und unablässig getrunken.

König UijaKönig von BaekjeSeongchungJwapyeong (Minister) · Baekjes höchstes Amt
SeongchungMajestät, genug nun!
Kümmert Euch um die Regierung!
König UijaSchweig!
In den Kerker mit ihm!

Der König geriet in Zorn und ließ Seongchung in den Kerker werfen. Danach wagte kein Minister mehr, offen die Wahrheit zu sagen.

Im Kerker wurde Seongchung von Tag zu Tag hagerer. Als der Tod nahte, schrieb er dem König einen letzten Brief.

SeongchungEin treuer Diener vergisst seinen König selbst im Tod nicht.
Ein letztes Wort noch, dann will ich sterben.
炭峴TanhyeonZu Land · aus Silla伎伐浦GibeolpoZu Wasser · vom Meer
Seongchungs BriefGewiss wird es Krieg geben.
Kommen fremde Truppen,
so lasst sie zu Land
nicht über Tanhyeon
und zu Wasser
nicht nach Gibeolpo hinein.
Nur wer die schwierigen Pässe hält,
kann das Reich bewahren.

Der König beachtete den Brief nicht. So starb Seongchung im Kerker.

Im Sommer 660, so berichtet das Samguk Sagi, drang ein Geist in den Palast, schrie und verschwand in der Erde. Als man an der Stelle grub, kam eine Schildkröte mit einer Schrift auf dem Rücken zum Vorschein.

百濟同月輪新羅如月新
Eine GeisterstimmeBaekje geht unter!
Baekje geht unter!
Schrift auf dem SchildkrötenrückenBaekje gleicht dem Vollmond,
Silla der Mondsichel.
Die Deutung der SchamaninDer Vollmond ist voll
und nimmt bald ab; die Sichel
aber nimmt zu.

Erzürnt über die Deutung ließ der König die Schamanin töten. Da trug jemand eine andere Deutung vor.

Der Vollmond heißt: in voller Kraft; die Sichel: noch schwach.
Das bedeutet, unser Reich blüht, und Silla wird schwächer.

Das gefiel dem König.

Im dritten Monat 660 gab Kaiser Gaozong von Tang dem General Su Dingfang 130.000 Mann und schickte ihn gegen Baekje. Im sechsten Monat traf Su Dingfang auf der Insel Deongmul (heute Deokjeok) den Silla-Kronprinzen Beommin.

Su DingfangTang-Großgeneral
Su Dingfang (zu Kronprinz Beommin)Am 10. Tag des 7. Monats treffe ich
südlich von Baekje das Heer des Großkönigs
und zerschmettere Uijas Hauptstadt!

Die Tang-Schiffe sollen sich tausend Li weit aneinandergereiht haben, als sie das Meer überquerten.

Aus Silla zogen Kronprinz Beommin, Großgeneral Kim Yu-sin, die Generäle Pumil und Heumsun und andere mit 50.000 Elitesoldaten gegen Baekje.

Kim Yu-sinGroßgeneral Sillas · 66 Jahre altPumilGeneral der Linken SillasGwanchangSohn von Pumil · Sechzehnjähriger Hwarang

Gwanchang zog als Unterbefehlshaber seines Vaters Pumil mit.

BaekjeSillaGoguryeoGelbes MeerGeum-FlussTanhyeon (Lage vermutet)Deongmuldo (Deokjeokdo)Gibeolpo (Mündung des Geum-Flusses)Ungjin (Gongju)SeorabeolHauptstadt von Silla · Aufbruch: 26. Tag, 5. MonatSabiBaekjes Hauptstadt (Buyeo)Hwangsanbeol9. Tag, 7. Monat · Gyebaeks TruppeTang-Heer 130.000Von Shandong übers Meer

Die beiden Heere wollten sich am 10. Tag des 7. Monats vereinigen und gemeinsam Sabi, die Hauptstadt Baekjes, angreifen. Das Tang-Heer sollte über das Meer durch Gibeolpo kommen, das Silla-Heer zu Land über Tanhyeon.

Auf die Nachricht vom Anmarsch der Feinde versammelte der König seine Minister und fragte, wie man kämpfen solle.

Jwapyeong UijikDie Tang sind von der Überfahrt erschöpft.
Schlagt zu, wenn sie an Land gehen!
Dalsol SangyeongNein, Majestät!
Schlagt zuerst Silla
und brecht seinen Mut!

Der unschlüssige König schickte einen Boten zu Jwapyeong Heungsu, der wegen eines Vergehens in den Kreis Gomamiji (heute Jangheung) verbannt war, und ließ ihn fragen.

HeungsuVerbannter Jwapyeong
HeungsuDer Baekgang und Tanhyeon sind
die Schlüsselpässe unseres Reiches. Ein Mann
mit einem Speer hält dort
zehntausend auf.
Sagt Seiner Majestät:
Er soll tapfere Männer
dorthin schicken, selbst
standhalten und warten,
bis der Feind ermüdet.

Doch die hohen Minister trauten Heungsus Worten nicht.

Heungsu war lange in Haft und grollt seinem König.
Auf seinen Rat können wir nichts geben.

Greife man den Feind erst an, wenn er in die engen Wege eingedrungen sei, so sei es, als finge man Hühner im Käfig oder Fische im Netz. Der König folgte diesem Rat.

BoteDie Tang sind
im Baekgang,
und Silla hat
Tanhyeon überschritten!
König UijaDalsol Gyebaek, höre!
Führe die Todesentschlossenen
nach Hwangsan und halte sie auf!

Der König ernannte Dalsol Gyebaek zum General und schickte ihn mit 5.000 todesbereiten Soldaten in den Kampf.

In Hwangsanbeol angekommen, legte Gyebaek vor dem Zusammenstoß mit dem Silla-Heer vor seinen Soldaten einen Schwur ab.

GyebaekEin einziges Reich gegen die großen Heere von Tang und Silla –
ob unser Reich überlebt, weiß niemand.
Einst schlug Goujian von Yue
mit 5.000 Mann
Wus 700.000!
Jeder gebe heute alles
und vergelte dem Reich seine Gnade!

Kim Yu-sin teilte sein Heer in drei Kolonnen und griff an.

一1. Gefecht二2. Gefecht三3. Gefecht四4. Gefecht

Viermal kämpften sie,

und alle vier Male siegte das Baekje-Heer.

Jeder Baekje-Soldat soll es mit tausend aufgenommen haben. Den Silla-Soldaten schwanden die Kräfte.

Der Silla-General Kim Heum-sun rief seinen Sohn Bangul zu sich.

Kim Heum-sun (Kim Yu-sins jüngerer Bruder)Für einen Untertan gibt es nichts Höheres als Treue,
für einen Sohn nichts Höheres als Kindespflicht.
Wer in der Gefahr sein Leben gibt,
erfüllt beides, Treue und Kindespflicht.
BangulIch gehorche.

Bangul stürmte in die feindlichen Reihen, kämpfte verbissen und fiel.

Dann stellte Pumil, General der Linken, seinen Sohn Gwanchang vor sein Pferd, zeigte auf die Befehlshaber und sprach:

PumilMein Sohn ist erst sechzehn,
doch sein Wille und sein Mut sind kühn.
Kannst du in der heutigen Schlacht
allen drei Heeren
ein Vorbild sein?
GwanchangJa!

Auf einem gepanzerten Pferd, mit einem einzigen Speer, sprengte Gwanchang geradewegs in die feindlichen Reihen.

Er streckte einige Männer nieder, doch die Feinde waren viele und die Seinen wenige, und schließlich wurde Gwanchang gefangen genommen.

Der gefangene Gwanchang wurde vor Gyebaek, den Oberbefehlshaber Baekjes, geschleppt.

GyebaekNehmt ihm den Helm ab.
…Das ist ja
noch ein Knabe.
GyebaekSilla hat viele
herausragende Männer.
Wenn schon ein Knabe so ist –
wie erst die Männer!
…Schickt ihn lebend zurück.

Gyebaek brachte es nicht über sich, dem jungen, tapferen Knaben etwas anzutun.

Gwanchang, lebend zurückgekehrt, sagte:

GwanchangIch bedaure, dass ich vorhin im Feindeslager
keinen Befehlshaber erschlagen
und keine Fahne erbeutet habe.
Beim zweiten Mal
schaffe ich es gewiss.

Gwanchang schöpfte mit den Händen Wasser aus dem Brunnen, trank, stieg wieder aufs Pferd und galoppierte auf die feindlichen Reihen zu.

Gwanchang stürmte erneut in das Lager der Baekje.

GwanchangBeim zweiten Mal schaffe ich es gewiss.

Als Gwanchang erneut gefangen wurde, ließ Gyebaek ihn diesmal nicht am Leben.

Das Pferd, auf dem Gwanchang davongeritten war, kehrte ins Silla-Lager zurück.

PumilEr gab sein Leben
für das Reich…
Ich bedaure nichts.
GwanchangJa!

Als die Silla-Soldaten das sahen, waren sie alle zum Sterben bereit. Unter Trommelschlag und Kriegsgeschrei rückten sie vor.

Das Baekje-Heer war zu klein, und seine Kraft war erschöpft.

GyebaekVergeltet dem Reich seine Gnade!

Gyebaek fiel kämpfend auf jenem Feld.

Jwapyeong Chungsang, Sangyeong und gut zwanzig weitere wurden gefangen genommen.

Am selben Tag erreichte das Tang-Heer unter Su Dingfang und Kim In-mun Gibeolpo an der Mündung des Geum-Flusses.

Sie legten Weidenmatten auf das schlammige Watt, bahnten sich so einen Weg, gingen an Land und schlugen die Baekje-Truppen, die sich ihnen entgegenstellten, vernichtend.

Nach Hwangsanbeol erreichte das Silla-Heer das Lager der Tang. Su Dingfang geriet in großen Zorn, weil es später als vereinbart kam.

Su DingfangIhr habt den Tag versäumt!
Enthauptet Sillas Inspektor
Kim Mun-yeong
am Lagertor!
Kim Mun-yeongSillas Heeresinspektor
Kim Yu-sin (zu den Silla-Truppen)Der Großgeneral hat die Schlacht
von Hwangsan nicht einmal gesehen
und rechnet uns nur die Verspätung an!
Unschuldig lasse ich mich nicht demütigen.
Erst rechnen wir mit den Tang ab,
dann schlagen wir Baekje!

Das Samguk Sagi berichtet, in diesem Augenblick sei das kostbare Schwert an Kim Yu-sins Hüfte von selbst aus der Scheide gesprungen.

Als Su Dingfangs General der Rechten, Dong Baoliang, ihm auf den Fuß trat und ihm eine Warnung zuflüsterte, ließ Su Dingfang Kim Mun-yeong frei.

Am 12. Tag des 7. Monats umzingelten das Tang- und das Silla-Heer die Festung Sabi.

Seongchungs BriefLasst sie nicht über Tanhyeon
und nicht nach Gibeolpo hinein.
König UijaWeil ich nicht auf Seongchung hörte…
ist es so weit gekommen!

In der Nacht des 13. schlich sich König Uija mit seinen Vertrauten aus der Festung und ging in die Festung Ungjin.

In der Festung Sabi, die der König verlassen hatte, machte sich sein zweiter Sohn Tae selbst zum König und verteidigte die Festung.

Doch die Menschen ließen sich an Seilen über die Mauern hinab, und die Tang-Truppen stiegen auf die Zinnen und pflanzten Tang-Fahnen auf.

Schließlich öffnete auch Tae die Tore.

Eine alte Aufzeichnung im Samguk Yusa berichtet, beim Fall der Festung Sabi hätten sich die Hofdamen von einem großen Felsen am Flussufer nördlich der Hauptstadt in den Fluss gestürzt.

Dieser Fels wurde später „Fels der fallenden Blüten“ genannt: Nakhwaam.

Am 18. Tag des 7. Monats kam König Uija aus der Festung Ungjin heraus und ergab sich. Am 2. Tag des 8. Monats gaben König Muyeol und Su Dingfang ein Fest und ließen König Uija ihnen Wein einschenken.

König Taejong MuyeolKönig von Silla · Kim Chun-chu

Alle Minister Baekjes weinten mit erstickter Stimme.

Am 15. Tag des 8. Monats meißelten die Tang in die fünfstöckige Steinpagode eines Tempels mitten in Sabi eine Inschrift über ihre Befriedung Baekjes: die „Inschrift über die Befriedung Baekjes durch das Große Tang“.

大唐平百濟國碑銘
SchamaninDer Vollmond ist voll
und nimmt bald ab…

Am 3. Tag des 9. Monats verließ Su Dingfang Sabi zu Schiff, mit König Uija, 93 Angehörigen des Königshauses und Beamten sowie 12.000 einfachen Leuten.

Im elften Monat jenes Jahres wurde König Uija nach Luoyang in Tang gebracht, wo er bald darauf an einer Krankheit starb.

So fiel Baekje, das 18 v. Chr.
am Han-Fluss entstanden sein soll.

Doch der Kampf der Menschen von Baekje war noch nicht zu Ende.

Ende von Folge 40

Geschichtsnotizen

Die Szenen dieser Geschichte wurden auf Grundlage der folgenden Quellen und Fundstätten gezeichnet.

  1. Überlieferte Stätte von General Gyebaek, NonsanÜberlieferte Stätte von General Gyebaek, Nonsan · Der Ort, der als Gyebaeks Grab gilt

    Hwangsanbeol: vier Gefechte

    Die Annalen von Silla berichten: Als Kim Yu-sin und die anderen am 9. Tag des 7. Monats 660 auf die Ebene von Hwangsan vorrückten, hatte Gyebaek bereits das unwegsame Gelände besetzt, drei Lager errichtet und wartete; das Silla-Heer teilte sich in drei Kolonnen und kämpfte viermal, ohne zu siegen. Die Annalen von Baekje sagen, Baekje habe „viermal gekämpft und jedes Mal gesiegt, doch mit wenigen Soldaten und erschöpften Kräften“ verloren, und auch Gyebaeks Biographie berichtet, er sei nach vier Gefechten am Ende seiner Kräfte gefallen. Hwangsanbeol gilt als die Ebene um das heutige Yeonsan in Nonsan, Provinz Süd-Chungcheong. Wo genau die drei Lager lagen, ist unbekannt; in Bujeok-myeon, Nonsan, gibt es ein Grab, das als Gyebaeks Grab gilt, einen Schrein zu seinen Ehren und das Baekje-Militärmuseum.

    Samguk Sagi, Annalen von Silla, König Taejong Muyeol · Samguk Sagi, Annalen von Baekje, König Uija · Samguk Sagi, Biographien, Gyebaek
  2. Samchungsa-Schrein, BuyeoSamchungsa-Schrein, Buyeo · Schrein für Seongchung, Heungsu und Gyebaek

    Gyebaek

    Gyebaek war Dalsol, Inhaber des zweithöchsten Rangs in Baekje. Seine Biographie berichtet knapp, dass er 5.000 Todesentschlossene auswählte und sie vor der Schlacht mit den Worten anfeuerte: „Einst schlug Goujian mit 5.000 Mann Wus Heer von 700.000.“ Die Biographie erzählt auch eine Tragödie, die diese Folge nicht zeigt: Bevor er ins Feld zog, nahm er zuerst seiner eigenen Familie das Leben, weil es besser sei zu sterben, als die Schande zu erleiden, dass Frau und Kinder Sklaven würden. Im Samchungsa-Schrein, der 1957 in Buyeo errichtet wurde, wird er zusammen mit Seongchung und Heungsu als treuer Diener Baekjes verehrt.

    Samguk Sagi, Biographien, Gyebaek · Enzyklopädie der koreanischen Kultur
  3. Gwanchang und Bangul

    Gwanchang (645–660; in den Annalen von Silla „Gwanjang“) war Pumils Sohn und zog mit sechzehn als Unterbefehlshaber seines Vaters in den Kampf. Die Quellen berichten, dass Gyebaek den erneut gefangenen Gwanchang diesmal nicht verschonte; diese Folge zeigt nur das Pferd, das ohne seinen Reiter zurückkehrte. König Muyeol verlieh Gwanchang den Rang Geupchan und ließ ihn mit allen Ehren bestatten. Bangul war der Sohn von Kim Heum-sun, Kim Yu-sins jüngerem Bruder. Auch Banguls Sohn Kim Yeong-yun fiel 684 in der Schlacht um die Festung Bodeok, ohne zurückzuweichen, und König Sinmun soll gesagt haben: „Ohne einen solchen Vater hätte es keinen solchen Sohn gegeben.“

    Samguk Sagi, Biographien, Gwanchang und Kim Yeong-yun · Samguk Sagi, Annalen von Silla, König Taejong Muyeol
  4. Seongchung und Heungsu, Tanhyeon und Gibeolpo

    Bevor Jwapyeong Seongchung (auch Jeongchung genannt) 656 im Kerker starb, hinterließ er einen Brief: Zu Land solle man Tanhyeon (Chimhyeon), zu Wasser Gibeolpo sperren. Auch der verbannte Jwapyeong Heungsu riet 660, den Baekgang und Tanhyeon zu halten; das Samguk Yusa vermerkt, Heungsus Antwort sei „im Großen und Ganzen dieselbe wie Seongchungs Worte“ gewesen. Wo Tanhyeon lag, ist umstritten – genannt werden der Madoryeong-Pass am Sikjangsan östlich von Daejeon, der Ssukgogae-Pass in Unju (Wanju) und der Sutgogae-Pass in Jinsan (Geumsan); Gibeolpo gilt als die Mündung des Geum-Flusses. Beide Quellen verzeichnen vor dem Untergang auch viele seltsame Vorzeichen; diese Folge zeigt nur den Geist und die Schrift auf dem Schildkrötenrücken.

    Samguk Sagi, Annalen von Baekje, König Uija · Samguk Yusa, „Wunder“, Fürst Taejong Chunchu · Enzyklopädie der koreanischen Kultur
  5. Königsgräber von Buyeo (Gräber von Neungsan-ri)Königsgräber von Buyeo (Gräber von Neungsan-ri)

    Der Fall der Festung Sabi und König Uija

    Die Annalen von Silla berichten, König Uija sei am 13. Tag des 7. Monats nachts in die Festung Ungjin gegangen und habe sich am 18. mit dem Kronprinzen und den Truppen von Ungjin ergeben. Die Annalen von Baekje erzählen, sein zweiter Sohn Tae habe sich selbst zum König gemacht und ausgeharrt, bevor er die Tore öffnete; das Alte Buch der Tang schreibt, der General Ye Sik (Ye Sik-jin) habe König Uija gebracht und sich ergeben – weshalb manche vermuten, er habe den König gefangen genommen und ausgeliefert. Am 3. Tag des 9. Monats kehrte Su Dingfang mit König Uija, 93 Angehörigen des Königshauses und Beamten sowie 12.000 einfachen Leuten nach Tang zurück (die Annalen von Baekje nennen 88 und 12.807). König Uija soll noch im selben Jahr in Tang an einer Krankheit gestorben und am Berg Beimang bei Luoyang begraben worden sein; im Jahr 2000 brachte man Erde von dort nach Korea und legte in den Königsgräbern von Buyeo (Gräber von Neungsan-ri) ein symbolisches Grab an.

    Samguk Sagi, Annalen von Silla, König Taejong Muyeol · Samguk Sagi, Annalen von Baekje, König Uija · Enzyklopädie der koreanischen Kultur
  6. Der Nakhwaam in Buyeo, vom anderen Ufer des Baengma-Flusses gesehenDer Nakhwaam in Buyeo, vom anderen Ufer des Baengma-Flusses gesehen

    Nakhwaam und die „dreitausend Hofdamen“

    In den „Alten Aufzeichnungen über Baekje“, die das Samguk Yusa zitiert, heißt es, König Uija habe sich mit seinen Nebenfrauen von einem großen Felsen am Flussufer nördlich der Festung Buyeo in den Fluss gestürzt, weshalb der Fels „Tasaam“ (Fels des Todessturzes) genannt worden sei. Iryeon hielt dies für eine falsche Überlieferung und stellte richtig: In den Tod gestürzt hätten sich die Hofdamen, König Uija aber sei in Tang gestorben. Von „dreitausend Hofdamen“ ist in den alten Quellen keine Rede. Die „Dreitausend“ sollen zuerst in dem Gedicht „Nakhwaam“ von Kim Heun aus der frühen Joseon-Zeit auftauchen – ein literarischer Ausdruck, kaum eine echte Zahl.

    Samguk Yusa, „Wunder“, Fürst Taejong Chunchu · Enzyklopädie der koreanischen Kultur
  7. Inschrift auf dem Körperstein des ersten Stockwerks der fünfstöckigen Steinpagode an der Jeongnimsa-TempelstätteDie „Inschrift über die Befriedung Baekjes durch das Große Tang“ auf dem Körperstein des ersten Stockwerks der fünfstöckigen Steinpagode an der Jeongnimsa-Tempelstätte

    Die Inschrift der Jeongnimsa-Pagode – und was erfunden ist

    Auf den vier Seiten des Körpersteins im ersten Stockwerk der fünfstöckigen Steinpagode an der Jeongnimsa-Tempelstätte in Buyeo ist die „Inschrift über die Befriedung Baekjes durch das Große Tang“ erhalten (verfasst von He Suliang, geschrieben von Quan Huaisu), die die Tang am 15. Tag des 8. Monats 660 einmeißeln ließen. Wegen dieser Inschrift nannte man die Pagode früher „Pyeongjetap“ (Pagode der Befriedung Baekjes) und hielt sie fälschlich für ein Bauwerk der Tang; tatsächlich wurde sie schon früher, zur Baekje-Zeit, errichtet. Erfunden sind in dieser Folge das Aussehen der Menschen und die Farben ihrer Kleidung, das Fest, der Kerker und der Verbannungsort, die Worte, die Seongchung und König Uija beim Fest wechselten, Gyebaeks „…Das ist ja noch ein Knabe“ und König Uijas nächtlicher Weg nach Ungjin; die leise Klage, die Gyebaek in Hwangsanbeol anstimmt, sprach er laut seiner Biographie, bevor er ins Feld zog.

    „Inschrift über die Befriedung Baekjes durch das Große Tang“ · Enzyklopädie der koreanischen Kultur

Schlüsselbegriffe dieser Folge

Vorschau auf die nächste Folge · Demnächst

Folge 41 · Die Sonne sinkt am Baekgang

Baekje war gefallen, doch seine Menschen erhoben sich erneut. Boksin und Dochim sammeln sich in der Festung Juryu, und Prinz Buyeo Pung kehrt aus Wa zurück und wird König – 663 färbt sich an der Mündung des Baekgang das Meer rot von brennenden Schiffen.

Bildnachweis

Alle Illustrationen dieses Webtoons sind neu gezeichnet; Namen und Dialoge der Figuren sind auf Grundlage historischer Fakten und Forschungsergebnisse frei nachgestaltet. Datierungen und Deutungen folgen der in der Forschung üblichen Darstellung; wo die Meinungen auseinandergehen, sagen es die Geschichtsnotizen.