Das Siebenzweigschwert überquert das Meer
In jeder Szene klingen Wind, Lagerfeuer und Fluss anders, und die Musik folgt dem Lauf der Geschichte.
König Gogugwon von Goguryeo musste 342 erleben, wie die Frühere Yan seine Hauptstadt verwüstete; er verlor sogar den Leichnam seines Vaters, König Micheon, und gewann ihn erst später zurück. 371 wehrte er an der Festung Pjöngjang das Heer von Baekje ab und wurde von einem Pfeil niedergestreckt; sein Sohn, König Sosurim, baute das Reich mit Buddhismus, Taehak und Gesetzeskodex wieder auf. Der König von Baekje, der diese Festung Pjöngjang angriff, ist der Held dieser Folge.
Figuren
Ein Mann mit Weitblick
Kronprinz von Baekje
Er steht dem Kronprinzen zur Seite
der nach Goguryeo geflohen war
Er erzählt diese Geschichte
Sein Name ist Sayu
Im Jahr 346 bestieg der zweite Sohn von König Biryu den Thron von Baekje. Es war König Geunchogo.
Das Samguk Sagi beschreibt ihn als „von hervorragendem Wuchs und Aussehen und mit weitblickender Einsicht“.
MoruIch bin Moru. Ich verdiene mein Brot damit, in der Hauptstadt von Baekje Eisen zu schmieden.
desto härter wird es.
mit sieben Zweigen schmieden?
Mit so einem Schwert kann man nicht kämpfen.
zum Kämpfen.
Im neunten Monat 369 zog Sayu, der König von Goguryeo (König Gogugwon), mit 20.000 Mann Fußvolk und Reiterei nach Süden und schlug bei Chiyang sein Lager auf.
Lauft!
Das Heer von Goguryeo teilte sich auf und überfiel die Häuser der Menschen.
verwüsten Chiyang!
und schlag zu!
Als die Truppen des Kronprinzen Bangeolyang erreichten und die Schlacht bevorstand, lief ein Mann von der Seite Goguryeos herüber.
von Goguryeo übergelaufen!
aus Baekje!
Sagi stammte ursprünglich aus Baekje.
Er hatte versehentlich den Huf eines königlichen Pferdes verletzt und war aus Angst vor Strafe nach Goguryeo geflohen.
doch die meisten füllen nur die Reihen.
die mit den roten Bannern!
dann bricht der Rest von selbst zusammen.
Der Kronprinz griff sofort die Truppe mit den roten Bannern an.
Als die roten Banner fielen, brach das Heer von Goguryeo völlig zusammen.
Der Kronprinz verfolgte den fliehenden Feind bis in das Gebiet nordwestlich der Festung Sugok.
wer innezuhalten weiß, gerät nicht in Gefahr.“
Warum noch mehr verlangen?
Der Kronprinz gab ihm recht und hielt an. Dann ließ er dort Steine aufschichten, um die Stelle zu markieren.
je wieder so weit kommen!
Im Fels dort gab es eine Vertiefung, wie von einem Pferdehuf eingedrückt.
Noch lange danach nannten die Menschen sie „den Hufabdruck des Kronprinzen“.
Im elften Monat jenes Jahres hielt der König südlich des Han-Flusses eine große Truppenschau ab. Alle Banner waren gelb.
MoruAuch ich stand unter den Zuschauern. Unter den gelben Bannern blitzten die Speerspitzen, die ich geschmiedet hatte.
MoruIn jenem Jahr schmiedete ich das Schwert. Ich faltete das Eisen, schlug es und faltete es wieder.
lässt die Zweige nicht brechen.
MoruIch schnitt Schriftzeichen in die Klinge und hämmerte in jede Rille Golddraht ein.
habe ich Golddraht eingelegt.
gab es kein solches Schwert.“
Es war ein Schwert mit drei Zweigen auf jeder Seite der Klinge, insgesamt sieben Spitzen.
abwehrt…
Im Jahr 371 zog Goguryeo erneut ein Heer zusammen. Der König legte am Ufer des Pae-Flusses einen Hinterhalt, und als der Feind eintraf, schlug er los und trieb ihn zurück.
Im Winter jenes Jahres zogen der König und der Kronprinz mit 30.000 kampferprobten Soldaten gegen Goguryeos Festung Pjöngjang.
Haltet diese Festung!
Sayu, der König von Goguryeo, kam selbst heraus und verteidigte die Festung mit aller Kraft.
Ein heranfliegender Pfeil traf den König von Goguryeo.
soll gestorben sein.
bis zuletzt verteidigte.
Wir kehren heim.
Der König von Goguryeo starb am 23. Tag jenes Monats. König Geunchogo führte sein Heer zurück.
Im selben Jahr verlegte der König die Hauptstadt nach Hansan.
Im ersten Monat des folgenden Jahres brach ein Gesandter Baekjes
übers Meer zur Östlichen Jin auf.
Im sechsten Monat 372 schickte auch der Kaiser der Östlichen Jin einen Gesandten und ernannte den König zum „General zur Bewachung des Ostens und Statthalter von Lelang“.
einen Titel verliehen.
Während Baekje im Norden Goguryeo die Stirn bot, tauschte es mit der Östlichen Jin jenseits des Meeres Gesandte aus.
MoruUm diese Zeit stach ein Schiff mit dem Siebenzweigschwert in See.
du Licht mit sieben Zweigen.
Das Schwert fuhr übers Meer nach Wa.
Die Inschrift auf dem Schwert wird meist so gelesen, dass „der Kronprinz von Baekje es für den König von Wa anfertigte“, und viele datieren seine Entstehung auf das Jahr 369.
Doch das Nihon Shoki, ein japanisches Geschichtswerk aus dem 8. Jahrhundert, berichtet, ein Gesandter Baekjes habe Wa das Siebenzweigschwert „dargebracht“.
Verliehen, dargebracht oder als Geschenk ausgetauscht?
Bis heute gehen die Deutungen auseinander.
Einer alten Aufzeichnung zufolge gewann Baekje um diese Zeit den Gelehrten Go Heung und hielt zum ersten Mal die Angelegenheiten des Reiches schriftlich fest.
erfährt, was wir getan haben.
Im siebten Monat 375 griff Goguryeo die Festung Sugok an der Nordgrenze an und eroberte sie.
je wieder so weit kommen!
und zahle ihnen das heim!
Doch in jenem Jahr brach eine Hungersnot aus, und er konnte sein Heer am Ende nicht ausschicken.
erfährt, was wir getan haben.
Im elften Monat 375 starb König Geunchogo. Kronprinz Geungusu folgte ihm auf den Thron.
Rund 1.500 Jahre später
kam in einem Schrein jenseits des Meeres
ein verrostetes Schwert ans Licht.
Die 1870er-Jahre: der Isonokami-Schrein in der Präfektur Nara, Japan.
Als Kan Masatomo, der Leiter des Schreins, den Rost von dem alten Schwert entfernte, kamen goldene Schriftzeichen zum Vorschein.
Die abgenutzten Zeichen am Ende der Rückseite liest man meist so:
Überliefert es und zeigt es der Nachwelt.
Das Schwert, das von Baekje aus übers Meer ging, befindet sich bis heute im Isonokami-Schrein.