Die Nacht, in der die Wundertrommel zerriss
In jeder Szene klingen Wind, Lagerfeuer und Fluss anders, und die Musik folgt dem Lauf der Geschichte.
In Samhan im Süden der Koreanischen Halbinsel lebten 78 kleine Staaten Schulter an Schulter. In jedem führten Sinji und Eupcha die Menschen, ein Cheongun brachte dem Himmel Opfer dar, und es gab den Sodo, einen heiligen Ort, aus dem man nicht einmal einen Verfolgten fortholen durfte. Diese Geschichte führt zurück in eine frühere Zeit: ins 1. Jahrhundert im Norden, als sich Goguryeo, von Jumong gegründet und von Yuri fortgeführt, nach allen Seiten ausdehnte.
Figuren
Ein schöner Prinz
Ihr Name ist nicht überliefert
Hodongs Vater
von König Daemusin
Muhyul, der dritte Sohn von König Yuri, folgte seinem Vater auf den Thron.
Der dritte König von Goguryeo,
König Daemusin.
Im zweiten Monat des Jahres 22 n. Chr. fiel König Daemusin in Buyeo ein und streckte König Daeso nieder. Doch das Heer von Buyeo, obwohl es seinen König verloren hatte, schloss das Heer von Goguryeo Ring um Ring ein.
öffne uns einen Weg!
Die Vorräte gingen zur Neige, und die Soldaten hungerten.
Da, so heißt es, stieg dichter Nebel auf und lichtete sich sieben Tage lang nicht.
und gebt ihnen Speere in die Hand.
Während die Vogelscheuchen das Lager scheinbar bewachten, entkam das Heer von Goguryeo im Schutz der Nacht über einen Seitenpfad.
leichtfertig griff ich Buyeo an.
nur Männer und Vorräte verloren…
liegt bei mir.
Der König betrauerte selbst die Toten und kümmerte sich um die Verwundeten. Die Menschen sagten, für diesen König würden sie sogar ihr Leben geben.
Danach griff König Daemusin den Staat Gaema an und machte ihn zu einem Bezirk von Goguryeo,
und mit einer List trieb er auch die eingefallenen Truppen der Liaodong-Kommandantur der Han zurück.
Und dann kam das Jahr 32 n. Chr.
Der König hatte einen Sohn, Prinz Hodong, den ihm seine zweite Gemahlin geboren hatte.
Weil er so schön war und der König ihn sehr liebte, nannte man ihn „Hodong“ (好童, „schöner Knabe“).
Im vierten Monat des Jahres 32 n. Chr. bereiste Hodong das Land Okjeo an der Ostküste.
Choe Ri, der König von Nangnang, der gerade dort vorbeikam, wurde auf den jungen Hodong aufmerksam.
dass Ihr kein gewöhnlicher Mann seid.
des Göttlichen Königs im Norden?
Hodong, Prinz von Goguryeo.
„Göttlicher König im Norden“ – so nannte man König Daemusin von Goguryeo, dem Reich im Norden.
Choe Ri nahm Hodong mit nach Nangnang und gab ihm seine Tochter zur Frau.
eine Familie!
In der Waffenkammer von Nangnang gab es eine Trommel und ein Horn, die von selbst ertönen sollten, sobald Feinde einfielen.
und das Horn ganz von selbst.
nach Nangnang zu greifen.
Bald darauf kehrte Hodong allein nach Goguryeo zurück.
mich nach Goguryeo zu holen.
hole ich Euch mit allen Ehren heim.
Zurück in Goguryeo vergaß Hodong die Trommel von Nangnang nicht.
ertönt diese Trommel von selbst.
Hodong schickte heimlich einen Boten nach Nangnang.
nur zu Choe Ris Tochter.
Hodongs Brief wurde Choe Ris Tochter heimlich überbracht.
die Trommel zerschneidet und das Horn zerbrecht,
mit allen Ehren heim.
hole ich Euch nicht heim.
nach Nangnang zu greifen.
mit meinen eigenen Händen?
Eines Nachts verbarg Choe Ris Tochter ein scharfes Messer in ihrem Gewand und schlich sich in die Waffenkammer.
Die Klinge schlitzte das Trommelfell auf.
Dann schnitt sie dem Horn das Mundstück ab.
mit allen Ehren heim.
Choe Ris Tochter ließ Hodong heimlich wissen, was sie getan hatte.
Als Hodong die Nachricht erhielt, drängte er den König, Nangnang anzugreifen.
greift Nangnang jetzt an!
Lautlos jagten die Truppen von Goguryeo auf Nangnang zu.
Weder die Trommel noch das Horn ertönte. Choe Ri hatte keinerlei Vorkehrungen getroffen.
Sie stehen schon vor den Mauern!
ist aufgeschlitzt!
Erst jetzt erkannte Choe Ri, dass Trommel und Horn beide zerstört waren.
Choe Ri tötete seine Tochter, öffnete die Tore, trat hinaus und ergab sich.
Wo ist die Prinzessin?!
mich nach Goguryeo zu holen.
Das Samguk Sagi überliefert auch eine andere Fassung:
Der König habe von Anfang an Nangnang vernichten wollen, um die Heirat gebeten und Choe Ris Tochter als Schwiegertochter aufgenommen; danach habe er sie nach Nangnang zurückgeschickt, damit sie die Waffen zerstöre.
Wie auch immer – die Trommel von Nangnang
ertönte nie wieder.
Die Erste Königin fürchtete, Hodong könnte statt ihres eigenen Sohnes Kronprinz werden.
wird Hodong Kronprinz.
nicht mit gebührendem Respekt.
etwas im Schilde.
eine andere ihn geboren hat?
doch heimlich.
will ich die Strafe tragen.
Der König konnte nicht anders, als Verdacht zu schöpfen. Schließlich wollte er Hodong bestrafen.
Ihr Euch nicht selbst?
kommt das Unrecht
meiner Mutter ans Licht.
bereite ich Kummer…
Sohnespflicht sein?
Am Ende nahm Hodong sich das Leben.
Im zwölften Monat ernannte der König Haeu, den Sohn der Ersten Königin, zum Kronprinzen.
Lange danach schrieb Kim Bu-sik im Samguk Sagi:
Der König glaubte Verleumdungen
und ließ einen unschuldigen Sohn sterben.
Er war nicht gütig.
Doch auch Hodong trifft Schuld. Hob der Vater die kleine Rute, hätte er die Schläge hinnehmen, hob er die große, hätte er fliehen sollen – damit sein Vater kein Unrecht beging.
Laut dem Samguk Sagi griff König Daemusin im Jahr 37 n. Chr. Nangnang erneut an und vernichtete es.
Im Herbst des Jahres 44 n. Chr., so heißt es, setzten Han-Truppen übers Meer und griffen Nangnang an, und das Land südlich des Salsu fiel an die Han.
Im Winter desselben Jahres starb auch König Daemusin.
Die Geschichte einer zerschnittenen Trommel
ist unter dem Namen „Jamyeonggo“
bis heute überliefert.
