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Folge 38Über das Meer nach Tang
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Folge 38

Über das Meer nach Tang

Silla-Tang-Bündnis · 648
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🎧 Mit Ton wird es noch lebendiger.
In jeder Szene klingen Wind, Lagerfeuer und Fluss anders, und die Musik folgt dem Lauf der Geschichte.
Was bisher geschah

642 nahm das Baekje-Heer die Festung Daeya im Westen Sillas ein, und dort verlor Gotaso, die Tochter von Kim Chun-chu, ihr Leben. Kim Chun-chu ging nach Goguryeo, um Truppen für seine Rache zu erbitten, wurde aber eingesperrt und kam nur dank einer List aus der Geschichte von der Schildkröte und dem Hasen mit knapper Not lebend zurück. Der Weg zu einem Bündnis mit Goguryeo war versperrt.

Figuren

Kim Chun-chuEin Ichan aus Silla.
Reist übers Meer nach Tang
Kim Mun-wangKim Chun-chus Sohn.
Begleitet seinen Vater
Kaiser Taizong von TangKaiser von Tang
On Gun-haeEin Gefolgsmann
Kim Chun-chus
Königin JindeokKönigin von Silla.
Cousine von Königin Seondeok
Kim Yu-sinEin General Sillas.
Kim Chun-chus Schwager

Im ersten Monat 647 starb Königin Seondeok, und ihre Cousine Seungman bestieg den Thron: Königin Jindeok.

Königin JindeokCousine von Königin SeondeokKim Chun-chuEin Ichan aus Silla

Das Samguk Sagi berichtet, sie sei üppig und schön gewesen, sieben Fuß groß, und wenn sie die Arme hängen ließ, hätten ihre Hände bis unter die Knie gereicht.

Im dritten Monat 648 eroberte der Baekje-General Uijik gut zehn Festungen an Sillas Westgrenze.

Königin JindeokWas ist geschehen?!
BoteZehn Festungen im Westen
sind gefallen!

Kim Yu-sin zog aus und schlug das Baekje-Heer zurück. Doch die Kämpfe wiederholten sich Jahr für Jahr.

Kim Chun-chuIch will übers Meer nach Tang
und um Truppen bitten.
Königin Jindeok…Ihr wollt also erneut
eine weite Reise antreten.

Im Winter jenes Jahres schickte Königin Jindeok Kim Chun-chu und seinen Sohn Mun-wang nach Tang.

Kim Yu-sinKim Chun-chus Schwager · Silla-GeneralKim Mun-wangKim Chun-chus Sohn
Kim Yu-sinAus Goguryeo seid Ihr lebend zurückgekehrt –
kehrt auch diesmal lebend zurück.
Kim Chun-chuIch komme lebend zurück,
um Euch wiederzusehen.

Kim Chun-chu bestieg mit seinem Sohn Mun-wang das Schiff nach Tang. Es war eine weite Fahrt über das Gelbe Meer.

On Gun-haeGefolgsmann Kim Chun-chus
Kim Mun-wangVater, das Meer…
hat kein Ende.
Kim Chun-chuEs hat ein Ende.
Darum überqueren wir es.
On Gun-haeDer Nachtwind ist kalt.
Legt das hier um.

Tagelang übers Meer, dann ein weiter Weg über Land—

Endlich die Hauptstadt der Tang:
Chang’an.

Kaiser Taizong von Tang schickte Liu Heng, seinen Minister für kaiserliche Bankette, vor die Stadtmauern, um den Gast aus der Ferne zu empfangen.

Liu HengTang-Minister für kaiserliche Bankette
Liu HengDer Kaiser hieß mich, den Gast
aus der Ferne zu empfangen.
Kaiser Taizong von TangKaiser von Tang
Kaiser Taizong von TangWelch wahrhaft
stattliche Erscheinung!

Als Taizong Kim Chun-chus würdevolle, stattliche Erscheinung sah, behandelte er ihn mit großer Gunst.

Kim Chun-chu bat darum, in der Staatsakademie das Shidian (das Opfer für Konfuzius) und die Vorträge der Gelehrten sehen zu dürfen. Taizong erlaubte es.

Kim Chun-chuHier also liegt die Kraft,
die ein Reich trägt.

Taizong schenkte ihm die Texte der „Stele der heißen Quellen“ und der „Jinci-Stele“, die er selbst verfasst hatte, sowie das neu zusammengestellte Geschichtswerk Buch der Jin.

晉書
Kaiser Taizong von TangDiese Worte haben Wir selbst verfasst.

Eines Tages empfing Taizong Kim Chun-chu unter vier Augen und beschenkte ihn reichlich mit Gold und Seide.

Kaiser Taizong von TangTragt Ihr etwas
auf dem Herzen?
Kim Chun-chuMein Reich liegt am Rand des Meeres,
doch seit vielen Jahren dient es dem Himmlischen Hof.
Doch Baekje hat Dutzende unserer Festungen genommen
und uns den Weg zum Himmlischen Hof versperrt.
Leiht Eure Majestät uns keine Truppen,
wird unser ganzes Volk gefangen,
und wir können nie wieder kommen.
Kaiser Taizong von TangIch hörte vom Namen
Eures Kim Yu-sin.
Was ist er für ein Mann?
Kim Chun-chuEr hat ein wenig Talent, nicht mehr.
Ohne die Macht des Sohnes des Himmels
werden wir unserer Nachbarn nicht Herr.

„Wahrlich, ein Land der Edlen!“, sagte Taizong und versprach, Truppen zu schicken.

Jahre später schrieb Kim Chun-chus Sohn, König Munmu, Taizong habe damals über Goguryeo und Baekje dieses Versprechen gegeben:

Habe ich die beiden Reiche befriedet,
soll das Land südlich von Pjöngjang, Baekjes Land,
ganz euch, Silla, gehören,
damit ihr für immer in Frieden lebt.

我平定兩國 平壤已南百濟土地 並乞你新羅 永爲安逸 — Samguk Sagi, König Munmu, 11. Jahr, „Antwort an Xue Rengui“

Kim Chun-chu trug noch eine weitere Bitte vor.

Kim Chun-chuErlaubt, dass auch Sillas Hoftracht
der chinesischen Ordnung folgt.

Taizong schenkte Kim Chun-chu und seinen Begleitern kostbare Gewänder aus dem Palast, verlieh Kim Chun-chu den Ehrenrang Tejin („Besonders Befördert“) und ernannte Mun-wang zum General der Linken Militärgarde.

Als die Zeit der Heimkehr kam, ließ Taizong die Beamten vom dritten Rang aufwärts ein Fest zu Kim Chun-chus Abschied geben.

Kim Chun-chuIch habe
sieben Söhne.
Lasst meine Söhne an Eurer Seite bleiben
und Eure Majestät bewachen.

So blieb sein Sohn Mun-wang in Chang’an.

Kim Mun-wangKeine Sorge, Vater.
Ich werde Silla von hier aus schützen.
Kim Chun-chu…Pass gut
auf dich auf.
GotasoVater,
ich gehe jetzt. Auf Wiedersehen!

Sechs Jahre nachdem er seine Tochter verloren hatte, ließ er nun seinen Sohn in einem fernen Land zurück.

Die Heimfahrt nach Silla. An Bord waren die kostbaren Gewänder und Schriften, die Taizong ihm geschenkt hatte.

On Gun-haeZu Hause werden die Kinder
mich um Meeresgeschichten anbetteln.
Kim Chun-chuHaha, erzähl ihnen,
so viel du willst.

Da tauchten Goguryeo-Schiffe auf, die das Meer patrouillierten.

SeemannGoguryeo-Schiffe!
On Gun-haeHerr, gebt mir
Euren Hut und Euer Gewand!
Kim Chun-chuNein, Gun-hae!
Sie suchen einen Gesandten
mit hohem Hut.
On Gun-haeNur wenn Ihr lebt, Herr,
lebt Silla.

Kim Chun-chu stieg in ein kleines Boot um.

On Gun-haeIn hohem Hut und Prunkgewand
On Gun-hae…Geht,
schnell.

On Gun-hae saß in hohem Hut und Prunkgewand auf dem Schiff.

Die Goguryeo-Patrouille hielt ihn für Kim Chun-chu, ergriff ihn und tötete ihn.

On Gun-haeNur wenn Ihr lebt, Herr, lebt Silla.
Kim Chun-chu…Gun-hae.

In dem kleinen Boot kehrte Kim Chun-chu lebend nach Silla zurück.

Als Königin Jindeok die Nachricht hörte, war sie tief betrübt.

On Gun-haes FamilieErfundene Figuren
Höfling (verliest den Königsbefehl)On Gun-hae wird der Rang Daeachan verliehen,
und seine Nachkommen werden reich belohnt.
Königin JindeokWie könnte ich
diese Treue je vergessen?
Kim Chun-chuMan sagt, Leben und Tod liegen in der Hand des Himmels…
und nun sehe ich Euch lebend wieder.
Kim Yu-sinIch habe die Gebeine von Herrn Pum-seok
und Eurer Tochter heimgeholt.

In jenem Jahr tauschte Kim Yu-sin acht Baekje-Befehlshaber, die er im Okmun-Tal gefangen genommen hatte, gegen die Gebeine der beiden ein, die auf Baekje-Gebiet begraben lagen.

Im ersten Monat 649 legten Sillas Beamte zum ersten Mal Gewänder und Kappen nach chinesischer Art an.

BeamterDieser neue Hut
ist so ungewohnt.
Älterer BeamterDaran gewöhnt Ihr Euch bald.

649 starb Kaiser Taizong von Tang.

Die versprochenen Truppen
waren noch nicht gekommen.

650 verfasste Königin Jindeok das Gedicht „Ode an den Großen Frieden“ zum Lob der Tang und wob es in Seide.

大唐開洪業
Königin JindeokDas große Tang beginnt sein gewaltiges Werk,
hoch, hoch erstrahlt des Kaisers Herrschaft…

Zwanzig Zeilen zu je fünf Zeichen – ein Lied, das Tang und seinen Kaiser hoch pries.

Im sechsten Monat jenes Jahres brach Kim Chun-chus ältester Sohn Beommin mit der Seide der „Ode an den Großen Frieden“ nach Tang auf.

Gaozong, Taizongs Nachfolger, war hocherfreut und verlieh Beommin das Amt des Ministers des kaiserlichen Schatzamts.

650 gab Silla seinen eigenen Äranamen auf und begann, den Tang-Äranamen „Yonghui“ zu verwenden.

Am ersten Tag des ersten Monats 651 fand zum ersten Mal die Zeremonie statt, bei der die Herrscherin die Neujahrsglückwünsche der Beamten entgegennahm (Hajeongnye).

Sillas Tracht, sein Äraname und seine Riten
glichen sich nach und nach Tang an.

Im dritten Monat 654 starb Königin Jindeok.

Das Samguk Sagi berichtet, die achtundzwanzig Herrscher vom Gründer Hyeokgeose bis zu Königin Jindeok seien „Heiliger Knochen“ genannt worden, die Könige danach „Wahrer Knochen“.

Die Höflinge baten den Ichan Alcheon, die Staatsgeschäfte zu übernehmen.

AlcheonIchan (Rang) · Altgedienter Staatsmann
AlcheonIch bin alt
und habe keine Tugend vorzuweisen.
An Tugend und Ansehen
kommt heute niemand Herrn Chun-chu gleich.
Er ist wahrlich ein Held, der die Welt retten kann.

Dreimal lehnte Kim Chun-chu ab.

Doch schließlich
bestieg er den Thron.

654 bestieg Kim Chun-chu den Thron: König Taejong Muyeol.

Nach der Einteilung des Samguk Sagi war er der erste König aus dem Wahren Knochen.

Kim Mun-wangIch werde Silla
von hier aus schützen.
On Gun-haeNur wenn Ihr lebt, Herr,
lebt Silla.

Das Versprechen, das jenseits des Meeres gegeben worden war, war noch nicht erfüllt.

Ein Sohn, in Chang’an zurückgelassen, ein Freund, auf dem Meer geblieben.

Und an der Seite des Königs Kim Chun-chu stand stets ein Mann.

Ein General mit dem Schwert an der Seite:
Kim Yu-sin.

Ende von Folge 38

Geschichtsnotizen

Die Szenen dieser Geschichte wurden auf Grundlage der folgenden Quellen und Fundstätten gezeichnet.

  1. Stele der Jinci-Inschrift mit VorwortStele der „Jinci-Inschrift mit Vorwort“, verfasst und geschrieben von Kaiser Taizong von Tang · Jinci-Tempel, Taiyuan, China

    648 in Chang’an

    Das Samguk Sagi berichtet: Als der Ichan Kim Chun-chu im Winter des 2. Jahres von Königin Jindeok (648) mit seinem Sohn Mun-wang (geschrieben 文汪, auch 文王) nach Tang kam, schickte Taizong den Minister für kaiserliche Bankette Liu Heng, um sie zu empfangen; Kim Chun-chu sah in der Staatsakademie das Shidian und die Vorträge, und Taizong schenkte ihm die Texte der „Stele der heißen Quellen“ und der „Jinci-Stele“, die er selbst verfasst hatte, sowie das neu zusammengestellte Buch der Jin. Nach chinesischen Quellen traf er den Kaiser im zwölften Monat jenes Jahres in Chang’an, und das Cefu Yuangui datiert das Abschiedsfest auf den zweiten Monat 649. Dann wäre er erst nach dem Frühling 649 heimgekehrt – was nicht zu der neuen Hoftracht passt, die das Samguk Sagi für den ersten Monat 649 verzeichnet. Das Samguk Yusa erzählt, der Kaiser habe ihn wegen seiner Erscheinung einen „göttlichen Menschen“ genannt und ihn an seiner Seite behalten wollen, doch er habe beharrlich um die Heimkehr gebeten. Der Abschied an der Küste und die Worte auf dem Schiff, in der Staatsakademie und vor dem Stadttor sind erfunden. Was Kim Chun-chu und Kim Yu-sin nach seiner Rückkehr sprachen, steht in der Biographie von Kim Yu-sin. Die Biographie verlegt Kim Yu-sins Gefangennahme von acht Baekje-Befehlshabern im Okmun-Tal und ihren Austausch gegen die Gebeine von Pum-seok und seiner Frau in die Zeit, als Kim Chun-chu in Tang weilte; die Annalen von Baekje datieren die Schlacht im Okmun-Tal jedoch auf den vierten Monat 648, also vor Kim Chun-chus Abreise.

    Samguk Sagi, Annalen von Silla, Königin Jindeok, 2. Jahr · Samguk Yusa, „Wunder“, Königin Jindeok; Herr Taejong Chunchu · Samguk Sagi, Biographien, Kim Yu-sin, Teil 1 · Samguk Sagi, Annalen von Baekje, König Uija, 8. Jahr · Cefu Yuangui, Kapitel 974
  2. Frühe Ausgabe des Samguk SagiFrühe Ausgabe des Samguk Sagi (Nationalschatz)

    Das Versprechen von 648 und die „Antwort an Xue Rengui“

    In der Antwort, die König Munmu (Kim Chun-chus Sohn Beommin) 671 an den Tang-General Xue Rengui schickte, steht ein Versprechen, das der verstorbene König 648 persönlich von Taizong erhalten haben soll: Wenn „die beiden Reiche“ Goguryeo und Baekje „befriedet sind, soll das Land südlich von Pjöngjang, Baekjes Land, ganz Silla gehören“. Manche lesen die Stelle als „das Land südlich von Pjöngjang (der Süden Goguryeos) und das Land Baekjes“, andere als „das Baekje-Land südlich von Pjöngjang“, also nur Baekjes Gebiet. Da das Versprechen in chinesischen Geschichtswerken fehlt, halten es manche chinesische Forscher für eine spätere Erfindung König Munmus; in der koreanischen Forschung sehen es dagegen viele als tatsächlich geschlossene Vereinbarung (Geheimabkommen). Die Biographie von Kim Yu-sin erzählt außerdem, Taizong habe damals Su Dingfang befohlen, Baekje mit 200.000 Mann anzugreifen – doch Su Dingfang kam erst 660.

    Samguk Sagi, Annalen von Silla, König Munmu, 11. Jahr, „Antwort an Xue Rengui“ · Samguk Sagi, Biographien, Kim Yu-sin, Teil 1
  3. On Gun-hae

    Das Samguk Sagi berichtet, als man auf der Heimfahrt einer Goguryeo-Patrouille begegnete, habe On Gun-hae, ein Gefolgsmann Kim Chun-chus, „in hohem Hut und Prunkgewand“ (高冠大衣) auf dem Schiff gesessen; die Patrouille habe ihn für Kim Chun-chu gehalten, ergriffen und getötet, und Kim Chun-chu sei in einem kleinen Boot heimgekehrt. Ob Hut und Gewand Kim Chun-chu gehörten, ob On Gun-hae sich freiwillig meldete, wessen Plan es war und wo auf dem Meer es geschah, steht nicht darin. In dieser Folge sind seine Bitte um die Kleider, die Übergabe des Hutes, das Gespräch über seine Kinder und die Szene, in der seine Familie den königlichen Erlass empfängt, erfunden. Königin Jindeok trauerte sehr, verlieh ihm den Rang Daeachan und belohnte seine Nachkommen reich.

    Samguk Sagi, Annalen von Silla, Königin Jindeok, 2. Jahr
  4. Tang-Tracht und Tang-Äranamen

    Im ersten Monat 649 trug Silla zum ersten Mal Gewänder und Kappen nach chinesischer Art; 650 mussten Amtsträger aus dem Wahren Knochen Amtstafeln aus Elfenbein tragen, und ab diesem Jahr verwendete Silla den Tang-Äranamen „Yonghui“. 648 hatte Taizong den Silla-Gesandten Hanjilheo (邯帙許) fragen lassen, warum Silla einen eigenen Äranamen führe, obwohl es dem großen Reich diene. 651 wurde am ersten Tag des ersten Monats zum ersten Mal das Hajeongnye abgehalten, und man richtete das Jipsabu ein, eine Behörde, die an der Seite des Königs vertrauliche Angelegenheiten erledigte. Kim Bu-sik nannte den Wechsel des Äranamens „die Korrektur eines Fehlers“; heute sehen ihn viele als Reform, die das Bündnis mit Tang festigen und die Macht des Königs stärken sollte.

    Samguk Sagi, Annalen von Silla, Königin Jindeok, 2.–5. Jahr
  5. Samguk YusaSamguk Yusa

    „Ode an den Großen Frieden“

    Im sechsten Monat 650 wob Königin Jindeok die „Ode an den Großen Frieden“, zwanzig Zeilen zu je fünf Zeichen, in Seide und schickte sie durch Kim Chun-chus ältesten Sohn Beommin an Kaiser Gaozong von Tang; Gaozong freute sich und verlieh Beommin das Amt des Ministers des kaiserlichen Schatzamts. Das Gedicht beginnt mit „Das große Tang beginnt sein gewaltiges Werk“ (大唐開洪業) und preist Tang und seinen Kaiser in hohen Tönen. Das Samguk Yusa sagt, die Königin habe es selbst verfasst und als Muster in die Seide gewebt, und erklärt eine andere Überlieferung, Kim Chun-chu habe es mitgenommen, als er um Truppen bitten ging, für falsch. Manche sehen darin übertriebene Unterwürfigkeit, andere einen diplomatischen Schachzug, um nach Taizongs Tod die Gunst des neuen Kaisers zu gewinnen.

    Samguk Sagi, Annalen von Silla, Königin Jindeok, 4. Jahr · Samguk Yusa, „Wunder“, Königin Jindeok
  6. Stele am Grab von König Taejong Muyeol, GyeongjuStele am Grab von König Taejong Muyeol, Gyeongju (Nationalschatz) · Schildkrötensockel und Drachenkopf-Verzierung

    Der erste König aus dem Wahren Knochen: König Taejong Muyeol

    Das Samguk Sagi berichtet, die Herrscher bis Königin Jindeok seien Könige des „Heiligen Knochens“ genannt worden, die ab König Muyeol Könige des „Wahren Knochens“; was Heiliger und Wahrer Knochen genau bedeuteten, ist bis heute umstritten. Als Königin Jindeok starb, wollten die Höflinge dem Ichan Alcheon die Staatsgeschäfte übertragen, doch Alcheon lehnte ab: „An Tugend und Ansehen kommt niemand Herrn Chun-chu gleich.“ Kim Chun-chu bestieg den Thron, nachdem er dreimal abgelehnt hatte. Das Grab von König Taejong Muyeol liegt in Seoak-dong, Gyeongju; von der Stele davor sind heute nur der schildkrötenförmige Sockel und der Kopfstein erhalten (Nationalschatz). Alcheons Kleidung ist erfunden.

    Samguk Sagi, Annalen von Silla, Königin Jindeok, 8. Jahr · Samguk Sagi, Annalen von Silla, König Taejong Muyeol
  7. Blicke auf das Silla-Tang-Bündnis

    Anfang des 20. Jahrhunderts kritisierten Historiker wie Sin Chae-ho Silla scharf dafür, mit Tang eine fremde Macht ins Land geholt zu haben, um Reiche des eigenen Volkes zu zerstören. Andere sehen darin den diplomatischen Weg, den Silla wählte, um zu überleben, als es von Goguryeo und Baekje von zwei Seiten bedrängt wurde. Tatsächlich wollte Tang nach dem Fall von Baekje und Goguryeo deren Gebiete selbst beherrschen; Silla kämpfte von 670 bis 676 gegen Tang (der Silla-Tang-Krieg) und behauptete das Land südlich des Taedong-Flusses, doch die alten Gebiete Goguryeos weiter nördlich blieben außerhalb Sillas. Statt dieses Bündnis nur von einer Seite zu beurteilen, lohnt es sich daher zu fragen, was die Menschen damals fürchteten und was sie gewinnen wollten.

Schlüsselbegriffe dieser Folge

Nächste Folge

Folge 39 · Kim Yu-sins Schwert

Kim Yu-sin, ein Nachfahre des Königshauses von Geumgwan Gaya, wurde mit fünfzehn ein Hwarang. Als er eines Nachts tief in den Bergen mit einem kostbaren Schwert zum Himmel betete, soll sich Sternenlicht auf die Klinge gesenkt haben – das Leben des Generals, der Silla trug, beginnt.

Bildnachweis

Alle Illustrationen dieses Webtoons sind neu gezeichnet; Namen und Dialoge der Figuren sind auf Grundlage historischer Fakten und Forschungsergebnisse frei nachgestaltet. Datierungen und Deutungen folgen der in der Forschung üblichen Darstellung; wo die Meinungen auseinandergehen, sagen es die Geschichtsnotizen.