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Folge 37Tränen in der Festung Daeya
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Folge 37

Tränen in der Festung Daeya

Kim Chun-chu · 642
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🎧 Mit Ton wird es noch lebendiger.
In jeder Szene klingen Wind, Lagerfeuer und Fluss anders, und die Musik folgt dem Lauf der Geschichte.
Was bisher geschah

In der letzten Folge, im Jahr 645, fiel Kaiser Taizong von Tang persönlich mit einem großen Heer in Goguryeo ein. Die Festungen Liaodong und Baegam fielen nacheinander, doch die Festung Ansi, verteidigt von einem Festungsherrn, dessen Name nicht überliefert ist, hielt bis zuletzt stand, und das Tang-Heer zog im neunten Monat jenes Jahres ab. Diese Geschichte führt drei Jahre zurück, ins Jahr 642, in das Land, in dem sich Silla und Baekje gegenüberstanden.

Figuren

Kim Chun-chuEin Ichan aus Silla.
Gotasos Vater
GotasoKim Chun-chus Tochter.
Frau des Gouverneurs der Festung Daeya
JukjukEin Saji in der Festung Daeya.
Offizier unter Gouverneur Pum-seok
König UijaDer neue König von Baekje.
Setzt Silla hart zu
Kim Yu-sinKim Chun-chus Schwager.
Ein General Sillas
Seon Do-haeGünstling des
Königs von Goguryeo

641 wurde Uija, der älteste Sohn von König Mu, König von Baekje. Das Samguk Sagi berichtet, er habe seinen Eltern in kindlicher Pietät gedient und seine Brüder innig geliebt, sodass ihn die Leute „den Zengzi des Ostens“ nannten.

König UijaÄltester Sohn von König Mu · Neuer König von Baekje
König UijaLasst alle frei,
die nicht den Tod verdienen.
GefangenerEure Gnade…
ist grenzenlos!
König UijaWir greifen Sillas Westen an!
Ich selbst reite voran!

Im siebten Monat 642 fiel König Uija an der Spitze seines Heeres persönlich in Silla ein.

König Uija eroberte über 40 Festungen im Westen Sillas, darunter die Festung Mihu. Im achten Monat gab er General Yunchung 10.000 Mann und schickte ihn gegen die Festung Daeya.

GoguryeoBaekjeSillaGelbes MeerOstmeerAm Han-FlussNakdong-FlussGeum-FlussJungnyeong-PassMamokhyeon-PassPjöngjangHauptstadt von GoguryeoSabiHauptstadt von BaekjeSeorabeolHauptstadt von Silla (Gyeongju)Festung DanghangÜber 40 Festungen7. Monat · West-Silla (ungefähr)Festung DaeyaHeute Hapcheon · 8. Monat

Die Festung Daeya, eine große Festung im Westen Sillas. Gotaso, die Frau des Gouverneurs Kim Pum-seok, war die Tochter Kim Chun-chus.

GotasoKim Chun-chus TochterKim Pum-seokGouverneur der Festung Daeya
GotasoHinter jenen Bergen…
liegt wohl Seorabeol.
Kim Pum-seok…Was sind
das für Lichter?

Der Baekje-General Yunchung rückte mit 10.000 Mann heran und umzingelte die Festung.

YunchungBaekje-General

Da schlugen Flammen aus einem Speicher in der Festung. Gelegt hatte das Feuer Geomil, einer von Gouverneur Pum-seoks eigenen Männern: Er grollte Pum-seok, weil dieser ihm die Frau genommen hatte, und hatte sich heimlich mit Baekje verbündet.

Als der Speicher brannte, ergriff Angst die Festung. Seocheon, ein Achan, der Pum-seok zur Seite stand, rief von der Mauer herab.

SeocheonWenn Ihr uns verschont, General,
übergeben wir die Festung!
SeocheonAchan an Pum-seoks Seite
YunchungDann werden wir Freunde sein.
Das schwöre ich bei der hellen Sonne!

Seocheon drängte Pum-seok und die Befehlshaber, die Festung zu verlassen.

JukjukSaji (Rang) · Offizier unter Gouverneur Pum-seok
JukjukBaekje hält nie sein Wort!
Yunchungs süße Worte sind ein Köder!
Statt mich zu verkriechen, um zu überleben,
sterbe ich lieber kämpfend wie ein Tiger!

Pum-seok hörte nicht auf Jukjuk und öffnete die Tore. Die Soldaten verließen die Festung als Erste.

Die versteckten Baekje-Truppen fielen über sie her, und alle Soldaten, die zuerst hinausgegangen waren, wurden getötet.

Pum-seok wollte ihnen gerade folgen, als er hörte, dass alle Soldaten, die vorausgegangen waren, tot waren.

An jenem Tag kamen in der Festung Daeya Pum-seok und seine Frau Gotaso ums Leben.

Jukjuk sammelte die übrigen Soldaten, verriegelte die Tore und hielt stand.

YongseokSaji (Rang)
YongseokSo, wie es steht, kommen wir nicht heil davon.
Ergeben wir uns lebend und planen für später.
JukjukIhr habt recht.
Doch als mein Vater mir
den Namen „Jukjuk“ gab,
meinte er: Welke nicht, selbst im kalten Winter,
und brich lieber, als dich zu beugen.
Wie könnte ich aus Angst vor dem Tod
mich ergeben, nur um zu leben!

Jukjuk kämpfte, bis die Festung fiel, und starb zusammen mit Yongseok.

JukjukEr meinte: Brich lieber, als dich zu beugen.

Die Festung Daeya fiel. Das Baekje-Heer nahm über 1.000 Männer und Frauen aus der Festung gefangen und brachte sie in die westlichen Bezirke Baekjes.

Die Nachricht eilte nach Osten,
nach Seorabeol.

Kim Chun-chuGotasos Vater
BoteDie Festung Daeya…
ist gefallen!
Gouverneur Pum-seok…
und die junge Herrin…

Kim Chun-chu erinnerte sich an den Tag, an dem seine Tochter mit ihrem Mann zur Festung Daeya aufgebrochen war.

GotasoVater,
ich gehe jetzt. Auf Wiedersehen!
Kim Chun-chuEine große Festung, ganz im Westen.
…Pass gut auf dich auf.

Das Samguk Sagi berichtet, Kim Chun-chu habe, als er diese Nachricht hörte, den ganzen Tag an eine Säule gelehnt gestanden, ohne auch nur zu blinzeln.

Selbst wenn jemand an ihm vorüberging, bemerkte er es nicht.

GotasoVater,
ich gehe jetzt. Auf Wiedersehen!
Kim Chun-chuAch…
Wie sollte ein ganzer Mann
Baekje nicht verschlingen können!

Bald darauf trat Kim Chun-chu vor Königin Seondeok und sagte, er wolle nach Goguryeo gehen, um Truppen bitten und an Baekje Rache nehmen. Die Königin gab ihre Erlaubnis.

Kim Yu-sinKim Chun-chus Schwager · Silla-General
Kim Chun-chuIhr und ich sind ein Leib,
Arme und Beine des Reiches.
Stößt mir dort etwas zu,
bleibt Ihr dann ungerührt?
Kim Yu-sinKehrt Ihr nicht zurück,
werden meine Pferdehufe
die Höfe der Könige
von Goguryeo und Baekje zertrampeln!

Die beiden bissen sich in die Finger, bis Blut floss, und schworen einander einen Eid.

Kim Chun-chuIn sechzig Tagen bin ich zurück.
Bin ich bis dahin nicht zurück,
sehen wir uns nie wieder.

Im Winter jenes Jahres machte sich Kim Chun-chu mit dem Sagan Hunsin auf den Weg nach Goguryeo.

Das Versprechen der sechzig Tage
im Herzen.

Im Kreis Daemae, wo er unterwegs Halt machte, schenkte ihm ein Einheimischer namens Dusaji 300 Bo blaues Tuch.

DusajiSagan des Kreises Daemae
DusajiMöge es Euch
auf der langen Reise nützen.
Kim Chun-chuHabt Dank.

In Pjöngjang ließ der König von Goguryeo ihn vom Taedaedaero Gaegeum (Yeon Gaesomun) im Gästehaus unterbringen und gab ihm zu Ehren ein großes Fest.

Yeon GaesomunWahrer Machthaber Goguryeos · MangnijiKönig BojangKönig von Goguryeo
Ein Höfling (zum König)Dieser Gesandte aus Silla ist kein gewöhnlicher Mann.
Er ist gekommen, um uns auszuspähen…
Yeon GaesomunIhr kommt von weit her.
Esst und trinkt nach Herzenslust!

Als Kim Chun-chu um Truppen gegen Baekje bat, wollte der König ihn demütigen und stellte ihm eine Frage, auf die er kaum antworten konnte.

König BojangMamokhyeon und Jungnyeong
waren einst unser Land.
Gebt Ihr sie nicht zurück,
kehrt Ihr nicht heim.
Kim Chun-chuÜber das Land des Reiches kann
ein Untertan nicht verfügen. Ich wage es nicht,
diesem Befehl zu folgen.

Der König geriet in Zorn und ließ Kim Chun-chu einsperren. Er wollte ihn töten, doch dazu kam es nicht.

Kim Chun-chu schickte die 300 Bo blaues Tuch, die er mitgebracht hatte, heimlich an Seon Do-hae, den Günstling des Königs.

Eines Tages kam Seon Do-hae mit Speisen und Wein zu ihm.

Seon Do-haeGünstling des Königs von Goguryeo
Seon Do-haeKommt, trinkt!
Habt Ihr je die Geschichte
von der Schildkröte und dem Hasen gehört?

Als der Wein ihn angeheitert hatte, begann Seon Do-hae wie im Scherz eine alte Geschichte zu erzählen.

Die Schildkröte und der Hase

Die alte Geschichte, die Seon Do-hae erzählte · Samguk Sagi, Biographie von Kim Yu-sin

Vor langer Zeit erkrankte die Tochter des Drachenkönigs des Ostmeers an einem Herzleiden.

ArztMischt man Hasenleber in die Arznei,
wird sie gesund.
DrachenkönigDoch wo gibt es
im Meer einen Hasen…
SchildkröteIch hole
einen!
SchildkröteAuf einer Insel im Meer gibt’s klare Quellen und weiße Steine,
dichte Wälder und süße Früchte.
Nie zu kalt, nie zu heiß – und kein Falke kommt hin!
HaseWirklich?

Die Schildkröte nahm den Hasen auf den Rücken und schwamm aufs Meer hinaus.

Als sie zwei, drei Li weit geschwommen waren, wandte die Schildkröte den Kopf.

SchildkröteEhrlich gesagt: Die Tochter des Drachenkönigs
braucht Hasenleber als Arznei. Darum trag ich dich.
HaseOje! Meine Leber hab ich zum Waschen herausgenommen
und unter einem Stein gelassen.
Kehren wir um, ich hol sie dir.
Ich leb ja auch ohne Leber.

Die Schildkröte glaubte ihm und kehrte um. Kaum hatten sie das Land erreicht, sprang der Hase ins Gras.

HaseWie dumm!
Ohne Leber lebt doch keiner!

Die Schildkröte brachte kein Wort heraus und zog davon.

Kim Chun-chu verstand, was gemeint war, und schrieb dem König von Goguryeo einen Brief.

Kim Chun-chuDie Leber zurückgelassen…
Verstehe.
Kim Chun-chus BriefDie beiden Pässe gehörten einst Eurem großen Reich.
Bin ich zurück, bitte ich meine Königin,
sie Euch zurückzugeben.
Glaubt Ihr mir nicht,
so schwöre ich es bei der hellen Sonne.

Der König von Goguryeo freute sich über den Brief.

Sechzig Tage vergingen, doch Kim Chun-chu kehrte nicht zurück. Kim Yu-sin wählte im ganzen Reich 3.000 tapfere Krieger aus.

Kim Yu-sinEin Mann, der zu sterben bereit ist, wiegt hundert auf,
hundert wiegen tausend auf,
tausend zehntausend!
Ein weiser Minister unseres Reiches ist in fremdem Land gefangen.
Wie könnten wir der Gefahr ausweichen!
KriegerUnd wären es zehntausend Tode –
wir folgen Eurem Befehl, General!

Kim Yu-sin wandte sich an die Königin und legte den Tag fest, an dem er mit den Truppen ausrücken würde.

Der Mönch Deokchang, ein Spion Goguryeos, meldete dies dem König von Goguryeo.

DeokchangSpion Goguryeos · Mönch

Der König von Goguryeo, der Kim Chun-chus Schwur und nun auch noch die Meldung des Spions gehört hatte, konnte ihn nicht länger festhalten, bewirtete ihn großzügig und schickte ihn heim.

Kaum hatte er die Grenze überschritten, sprach Kim Chun-chu zu den Männern aus Goguryeo, die ihn begleitet hatten.

Kim Chun-chuEuer großer König gab mir keine Truppen,
sondern verlangte Land.
Über Land kann ein Untertan
nicht nach Belieben verfügen.
Mein Brief an Euren König
sollte mich nur vor dem Tod bewahren.
HaseOhne Leber
lebt doch keiner!

Kim Chun-chu kehrte lebend nach Seorabeol zurück. Doch der Weg zu einem Bündnis mit Goguryeo war versperrt.

GotasoVater,
ich gehe jetzt. Auf Wiedersehen!

Der Vater, der seine Tochter verloren hat, blickt nun noch weiter.

Über das Meer,
nach Tang.

Ende von Folge 37

Geschichtsnotizen

Die Szenen dieser Geschichte wurden auf Grundlage der folgenden Quellen und Fundstätten gezeichnet.

  1. Mauer der Festung Daeya, HapcheonAlte Mauern der Festung Daeya, Hapcheon

    Wo lag die Festung Daeya?

    Die Festung Daeya war vermutlich eine Bergfestung rund um den Berg Chwijeoksan im heutigen Hapcheon-eup (Provinz Süd-Gyeongsang). Im Westen dienten steile Klippen am Hwang-Fluss als Mauer, der übrige Teil wurde entlang des Bergkamms gebaut. Nachdem Daegaya 562 untergegangen war, richtete Silla hier 565 die Provinz Daeya ein, und die Festung Daeya wurde zu einem großen Bollwerk, das den Weg von Westen nach Seorabeol bewachte. Die Annalen von Baekje berichten, Yunchung habe nach der Eroberung über 1.000 Männer und Frauen gefangen genommen, in die westlichen Bezirke Baekjes gebracht und Truppen zur Bewachung der Festung zurückgelassen.

    Samguk Sagi, Annalen von Silla, König Jinheung und Königin Seondeok · Annalen von Baekje, König Uija
  2. Pavillon der Jukjuk-Stele, HapcheonPavillon der Jukjuk-Stele, Hapcheon · Schutzbau für eine Stele zu Ehren Jukjuks

    Jukjuk – der Bambus, der bricht, aber sich nicht beugt

    Laut den Biographien im Samguk Sagi stammte Jukjuk aus der Provinz Daeya; sein Vater (je nach Ausgabe „Hakyeol“ oder „Hakse“ genannt) trug den Rang Chan-gan, der an Leute aus der Provinz verliehen wurde. Als Saji diente Jukjuk dem Gouverneur Pum-seok; er war gegen die Kapitulation, kämpfte, bis die Festung fiel, und starb zusammen mit dem Saji Yongseok. Königin Seondeok verlieh Jukjuk den Rang Geupchan und Yongseok den Rang Daenama und ließ ihre Frauen und Kinder nach Seorabeol übersiedeln. Die „Jukjuk-Stele“, die Jo Hui-in, der Magistrat von Hapcheon, 1644 (nach anderen Angaben 1645) unter König Injo von Joseon errichten ließ, steht bis heute in Hapcheon.

    Samguk Sagi, Biographien, Jukjuk · Enzyklopädie der koreanischen Kultur
  3. Jede Quelle, ein anderes Ende

    Wie Pum-seok und seine Frau starben, berichten die Quellen unterschiedlich. Die Annalen von Silla sagen: „Auch Pum-seoks Frau starb“, die Biographie von Kim Yu-sin, Gotaso sei „ihrem Mann Pum-seok in den Tod gefolgt“. Nach der Biographie von Jukjuk tötete Pum-seok zuerst Frau und Kinder und dann sich selbst; nach den Annalen von Baekje kam Pum-seok mit Frau und Kindern heraus, um sich zu ergeben, und Yunchung ließ sie alle töten. Deshalb zeigt diese Folge ihr Ende nicht. Laut der Biographie von Kim Yu-sin lagen die Gebeine der beiden in einem Gefängnis auf Baekje-Gebiet begraben, bis sie später gegen acht Baekje-Befehlshaber ausgetauscht wurden, die Kim Yu-sin gefangen genommen hatte, und heimkehrten.

    Samguk Sagi, Annalen von Silla, Königin Seondeok · Samguk Sagi, Annalen von Baekje, König Uija · Biographien, Kim Yu-sin, Teil 1, und Jukjuk
  4. Jungnyeong-PassJungnyeong-Pass · Zwischen Danyang (Nord-Chungcheong) und Yeongju (Nord-Gyeongsang)

    Kim Chun-chus Reise nach Goguryeo: zwei Berichte

    Nach den Annalen von Silla verlangte der König von Goguryeo „das Land nordwestlich des Jungnyeong-Passes“ zurück; Kim Chun-chu widersetzte sich mit den Worten „Ich kann nur sterben, etwas anderes kenne ich nicht“, wurde in einem Nebengebäude eingesperrt und kam frei, als Kim Yu-sin mit 10.000 Todesentschlossenen den Han-Fluss überquerte und in Goguryeos südliche Gebiete eindrang. Die Biographie von Kim Yu-sin erzählt ausführlich von „Mamokhyeon und Jungnyeong“, dem Versprechen der sechzig Tage, dem blauen Tuch und Seon Do-hae, dem Brief mit dem falschen Versprechen, den 3.000 Kriegern und dem Spion Deokchang; diese Folge folgt der Biographie. Auch die Verfasser des Samguk Sagi schrieben, beide Erzählungen handelten „von derselben Sache, unterschieden sich aber ein wenig“, und sie hätten beide aufgenommen, weil beide in alten Aufzeichnungen überliefert seien. Der Jungnyeong-Pass liegt zwischen dem heutigen Yeongju und Danyang; der Mamokhyeon-Pass gilt entweder als der Gyerimnyeong-Pass (Haneuljae) bei Mungyeong oder als der Joryeong-Pass (Saejae).

    Samguk Sagi, Annalen von Silla, Königin Seondeok · Samguk Sagi, Biographien, Kim Yu-sin, Teil 1
  5. Der Hase und die Schildkröte – und „Die Geschichte vom Hasen“

    Die „Geschichte von der Schildkröte und dem Hasen“ (Gutojiseol), die Seon Do-hae erzählte, ist die älteste Fassung dieser Geschichte, die in koreanischen Schriften erhalten ist. Ihre Wurzeln vermutet man in einer indischen buddhistischen Erzählung (einer Jataka) über einen Affen und ein Krokodil (in den ins klassische Chinesisch übersetzten Sutren eine Weichschildkröte oder ein Drache). In Korea wuchsen daraus später der Roman „Die Geschichte vom Hasen“ („Tokkijeon“, auch „Byeoljubujeon“) und das Pansori „Sugungga“, die bis heute sehr beliebt sind.

    Samguk Sagi, Biographien, Kim Yu-sin, Teil 1 · Enzyklopädie der koreanischen Kultur, „Tokkijeon“
  6. König Uija in seinen frühen Jahren

    König Uija, der älteste Sohn von König Mu, wurde 632 Kronprinz und bestieg 641 den Thron. Das Samguk Sagi beschreibt ihn als tapfer, kühn und entschlossen; weil er seinen Eltern in kindlicher Pietät diente und seinen Brüdern innig verbunden war, habe man ihn „Haedong Jeungja“ genannt (den Zengzi des Landes östlich des Meeres – Zengzi war ein für seine Pietät berühmter Schüler des Konfuzius). Im zweiten Monat 642 bereiste er die Bezirke und ließ alle Gefangenen frei, die kein todeswürdiges Verbrechen begangen hatten, und im siebten Monat eroberte er persönlich über 40 Festungen Sillas. Das Nihon Shoki berichtet außerdem, er habe im selben Jahr nach dem Tod seiner Mutter Gyogi und andere Mitglieder der Königsfamilie sowie über 40 angesehene Personen auf eine Insel verbannt; manche sehen darin den Moment, in dem er seine Königsmacht festigte.

    Samguk Sagi, Annalen von Baekje, König Uija · Nihon Shoki, Annalen der Kaiserin Kōgyoku
  7. Das Jahr 642 und was erfunden ist

    642 eroberte Baekje große Teile des Westens von Silla, und in Goguryeo putschte Yeon Gaesomun im zehnten Monat und setzte König Bojang auf den Thron. Kim Chun-chu kam unmittelbar danach, im Winter, nach Pjöngjang. Die Biographie von Kim Yu-sin nennt den Mann, der ihn empfing, „Taedaedaero Gaegeum“, während die Biographie von Gaesomun berichtet, er habe sich beim Putsch selbst zum „Mangniji“ gemacht (die Annalen von Goguryeo nennen ihn erst ab den Einträgen für 644 Mangniji). Die Annalen von Silla berichten, Baekje habe im achten Monat desselben Jahres im Bund mit Goguryeo versucht, die Festung Danghang (das heutige Hwaseong) zu erobern und so den Weg nach Tang abzuschneiden; die Annalen von Baekje setzen dieses Ereignis jedoch ins folgende Jahr. Erfunden sind Gotasos Abschied von ihrem Vater samt den Worten dabei, das Aussehen der Menschen und manche ihrer Sätze, die Striche an der Gefängniswand, mit denen die Tage gezählt werden, der Abschied an der Grenze und die Schlussszene auf dem Hügel in Seorabeol (was er an der Grenze sagte, steht in der Biographie). König Uijas purpurnes Gewand und weißer Gürtel folgen der Kleidung des Baekje-Königs, wie sie die Geschichtswerke der Tang beschreiben.

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Folge 38 · Über das Meer nach Tang

648 überquert Kim Chun-chu mit seinem Sohn Mun-wang das Meer nach Tang. Worum wird er Kaiser Taizong bitten – und was erwartet ihn auf der Rückfahrt?

Bildnachweis

Alle Illustrationen dieses Webtoons sind neu gezeichnet; Namen und Dialoge der Figuren sind auf Grundlage historischer Fakten und Forschungsergebnisse frei nachgestaltet. Datierungen und Deutungen folgen der in der Forschung üblichen Darstellung; wo die Meinungen auseinandergehen, sagen es die Geschichtsnotizen.