Tränen in der Festung Daeya
In jeder Szene klingen Wind, Lagerfeuer und Fluss anders, und die Musik folgt dem Lauf der Geschichte.
In der letzten Folge, im Jahr 645, fiel Kaiser Taizong von Tang persönlich mit einem großen Heer in Goguryeo ein. Die Festungen Liaodong und Baegam fielen nacheinander, doch die Festung Ansi, verteidigt von einem Festungsherrn, dessen Name nicht überliefert ist, hielt bis zuletzt stand, und das Tang-Heer zog im neunten Monat jenes Jahres ab. Diese Geschichte führt drei Jahre zurück, ins Jahr 642, in das Land, in dem sich Silla und Baekje gegenüberstanden.
Figuren
Gotasos Vater
Frau des Gouverneurs der Festung Daeya
Offizier unter Gouverneur Pum-seok
Setzt Silla hart zu
Ein General Sillas
Königs von Goguryeo
641 wurde Uija, der älteste Sohn von König Mu, König von Baekje. Das Samguk Sagi berichtet, er habe seinen Eltern in kindlicher Pietät gedient und seine Brüder innig geliebt, sodass ihn die Leute „den Zengzi des Ostens“ nannten.
die nicht den Tod verdienen.
ist grenzenlos!
Ich selbst reite voran!
Im siebten Monat 642 fiel König Uija an der Spitze seines Heeres persönlich in Silla ein.
König Uija eroberte über 40 Festungen im Westen Sillas, darunter die Festung Mihu. Im achten Monat gab er General Yunchung 10.000 Mann und schickte ihn gegen die Festung Daeya.
Die Festung Daeya, eine große Festung im Westen Sillas. Gotaso, die Frau des Gouverneurs Kim Pum-seok, war die Tochter Kim Chun-chus.
liegt wohl Seorabeol.
das für Lichter?
Der Baekje-General Yunchung rückte mit 10.000 Mann heran und umzingelte die Festung.
Da schlugen Flammen aus einem Speicher in der Festung. Gelegt hatte das Feuer Geomil, einer von Gouverneur Pum-seoks eigenen Männern: Er grollte Pum-seok, weil dieser ihm die Frau genommen hatte, und hatte sich heimlich mit Baekje verbündet.
Als der Speicher brannte, ergriff Angst die Festung. Seocheon, ein Achan, der Pum-seok zur Seite stand, rief von der Mauer herab.
übergeben wir die Festung!
Das schwöre ich bei der hellen Sonne!
Seocheon drängte Pum-seok und die Befehlshaber, die Festung zu verlassen.
Yunchungs süße Worte sind ein Köder!
sterbe ich lieber kämpfend wie ein Tiger!
Pum-seok hörte nicht auf Jukjuk und öffnete die Tore. Die Soldaten verließen die Festung als Erste.
Die versteckten Baekje-Truppen fielen über sie her, und alle Soldaten, die zuerst hinausgegangen waren, wurden getötet.
Pum-seok wollte ihnen gerade folgen, als er hörte, dass alle Soldaten, die vorausgegangen waren, tot waren.
An jenem Tag kamen in der Festung Daeya Pum-seok und seine Frau Gotaso ums Leben.
Jukjuk sammelte die übrigen Soldaten, verriegelte die Tore und hielt stand.
Ergeben wir uns lebend und planen für später.
Doch als mein Vater mir
den Namen „Jukjuk“ gab,
und brich lieber, als dich zu beugen.
mich ergeben, nur um zu leben!
Jukjuk kämpfte, bis die Festung fiel, und starb zusammen mit Yongseok.
Die Festung Daeya fiel. Das Baekje-Heer nahm über 1.000 Männer und Frauen aus der Festung gefangen und brachte sie in die westlichen Bezirke Baekjes.
Die Nachricht eilte nach Osten,
nach Seorabeol.
ist gefallen!
und die junge Herrin…
Kim Chun-chu erinnerte sich an den Tag, an dem seine Tochter mit ihrem Mann zur Festung Daeya aufgebrochen war.
ich gehe jetzt. Auf Wiedersehen!
…Pass gut auf dich auf.
Das Samguk Sagi berichtet, Kim Chun-chu habe, als er diese Nachricht hörte, den ganzen Tag an eine Säule gelehnt gestanden, ohne auch nur zu blinzeln.
Selbst wenn jemand an ihm vorüberging, bemerkte er es nicht.
ich gehe jetzt. Auf Wiedersehen!
Baekje nicht verschlingen können!
Bald darauf trat Kim Chun-chu vor Königin Seondeok und sagte, er wolle nach Goguryeo gehen, um Truppen bitten und an Baekje Rache nehmen. Die Königin gab ihre Erlaubnis.
Arme und Beine des Reiches.
Stößt mir dort etwas zu,
bleibt Ihr dann ungerührt?
werden meine Pferdehufe
die Höfe der Könige
von Goguryeo und Baekje zertrampeln!
Die beiden bissen sich in die Finger, bis Blut floss, und schworen einander einen Eid.
sehen wir uns nie wieder.
Im Winter jenes Jahres machte sich Kim Chun-chu mit dem Sagan Hunsin auf den Weg nach Goguryeo.
Das Versprechen der sechzig Tage
im Herzen.
Im Kreis Daemae, wo er unterwegs Halt machte, schenkte ihm ein Einheimischer namens Dusaji 300 Bo blaues Tuch.
auf der langen Reise nützen.
In Pjöngjang ließ der König von Goguryeo ihn vom Taedaedaero Gaegeum (Yeon Gaesomun) im Gästehaus unterbringen und gab ihm zu Ehren ein großes Fest.
Er ist gekommen, um uns auszuspähen…
Esst und trinkt nach Herzenslust!
Als Kim Chun-chu um Truppen gegen Baekje bat, wollte der König ihn demütigen und stellte ihm eine Frage, auf die er kaum antworten konnte.
waren einst unser Land.
Gebt Ihr sie nicht zurück,
kehrt Ihr nicht heim.
ein Untertan nicht verfügen. Ich wage es nicht,
diesem Befehl zu folgen.
Der König geriet in Zorn und ließ Kim Chun-chu einsperren. Er wollte ihn töten, doch dazu kam es nicht.
Kim Chun-chu schickte die 300 Bo blaues Tuch, die er mitgebracht hatte, heimlich an Seon Do-hae, den Günstling des Königs.
Eines Tages kam Seon Do-hae mit Speisen und Wein zu ihm.
von der Schildkröte und dem Hasen gehört?
Als der Wein ihn angeheitert hatte, begann Seon Do-hae wie im Scherz eine alte Geschichte zu erzählen.
Die Schildkröte und der Hase
Die alte Geschichte, die Seon Do-hae erzählte · Samguk Sagi, Biographie von Kim Yu-sin
Vor langer Zeit erkrankte die Tochter des Drachenkönigs des Ostmeers an einem Herzleiden.
wird sie gesund.
im Meer einen Hasen…
einen!
dichte Wälder und süße Früchte.
Nie zu kalt, nie zu heiß – und kein Falke kommt hin!
Die Schildkröte nahm den Hasen auf den Rücken und schwamm aufs Meer hinaus.
Als sie zwei, drei Li weit geschwommen waren, wandte die Schildkröte den Kopf.
braucht Hasenleber als Arznei. Darum trag ich dich.
und unter einem Stein gelassen.
Ich leb ja auch ohne Leber.
Die Schildkröte glaubte ihm und kehrte um. Kaum hatten sie das Land erreicht, sprang der Hase ins Gras.
Ohne Leber lebt doch keiner!
Die Schildkröte brachte kein Wort heraus und zog davon.
Kim Chun-chu verstand, was gemeint war, und schrieb dem König von Goguryeo einen Brief.
Verstehe.
Bin ich zurück, bitte ich meine Königin,
sie Euch zurückzugeben.
so schwöre ich es bei der hellen Sonne.
Der König von Goguryeo freute sich über den Brief.
Sechzig Tage vergingen, doch Kim Chun-chu kehrte nicht zurück. Kim Yu-sin wählte im ganzen Reich 3.000 tapfere Krieger aus.
hundert wiegen tausend auf,
tausend zehntausend!
Wie könnten wir der Gefahr ausweichen!
wir folgen Eurem Befehl, General!
Kim Yu-sin wandte sich an die Königin und legte den Tag fest, an dem er mit den Truppen ausrücken würde.
Der Mönch Deokchang, ein Spion Goguryeos, meldete dies dem König von Goguryeo.
Der König von Goguryeo, der Kim Chun-chus Schwur und nun auch noch die Meldung des Spions gehört hatte, konnte ihn nicht länger festhalten, bewirtete ihn großzügig und schickte ihn heim.
Kaum hatte er die Grenze überschritten, sprach Kim Chun-chu zu den Männern aus Goguryeo, die ihn begleitet hatten.
sondern verlangte Land.
Über Land kann ein Untertan
nicht nach Belieben verfügen.
sollte mich nur vor dem Tod bewahren.
lebt doch keiner!
Kim Chun-chu kehrte lebend nach Seorabeol zurück. Doch der Weg zu einem Bündnis mit Goguryeo war versperrt.
ich gehe jetzt. Auf Wiedersehen!
Der Vater, der seine Tochter verloren hat, blickt nun noch weiter.
Über das Meer,
nach Tang.
