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Folge 6Das letzte Jahr der Festung Wanggeom
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Folge 6

Das letzte Jahr der Festung Wanggeom

Untergang von Gojoseon · 108 v. Chr.
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🎧 Mit Ton wird es noch lebendiger.
In jeder Szene klingen Wind, Lagerfeuer und Fluss anders, und die Musik folgt dem Lauf der Geschichte.
Was bisher geschah

Nachdem Wiman König Jun vertrieben hatte und selbst König geworden war, wurde Gojoseon durch das Eisen stark und durch den Zwischenhandel zwischen dem Han-Reich und den Nachbarländern reich. Unter Wimans Enkel König Ugeo tötete der Han-Gesandte She He, der mit leeren Händen heimkehrte, Gojoseons Unterkönig Jang, der ihn zum Abschied begleitet hatte, und floh. Der Funke des Krieges war gefallen.

Figuren

YeoulDie Heldin dieser Geschichte.
Schmiedetochter aus der Festung Wanggeom
PapaYeouls Vater.
Ein Schmied, der Pfeilspitzen hämmert
König UgeoKönig von Gojoseon.
Wimans Enkel
KronprinzSohn von König Ugeo.
Geht an den Paesu-Fluss, um Frieden zu schließen
SeonggiMinister von König Ugeo.
Verteidigt die Festung bis zuletzt
Yang Pu und Xun ZhiZwei Generäle, von Kaiser Wu von Han gesandt.
Sie kommen über Meer und Land

YeoulIch bin Yeoul. Schon seit den Tagen meines Urgroßvaters Bau verarbeitet unsere Familie Eisen.

PapaJede Pfeilspitze
ist eine Handbreit Mauer.
Lass die Hände nicht ruhen.

Seit Gojoseons Krieger She He erschlagen hatten, erloschen in keiner Schmiede der Festung Wanggeom mehr die Feuer, nicht einmal in der Nacht.

Kaiser Wu von Han bot sogar Verbrecher auf, stellte ein gewaltiges Heer zusammen und schickte es auf zwei Wegen los.

Yang PuGeneral der Turmschiffe · Über das MeerXun ZhiGeneral der Linken · Von Liaodong über Land

Auch König Ugeo schickte Truppen aus, um die schwierigen Pässe zu sperren. Doch zuerst erreichten Yang Pus 7.000 Seesoldaten, die über das Meer gekommen waren, die Festung Wanggeom.

König Ugeo…Weniger als gedacht.
Öffnet die Tore!
Hinaus zum Angriff!
YeoulGewonnen!

Yang Pus Heer brach zusammen und zerstreute sich in alle Winde.

Yang Pu versteckte sich mehr als zehn Tage in den Bergen, bis er seine versprengten Truppen mühsam wieder sammeln konnte.

Yang PuGeneral der Turmschiffe

Auch Xun Zhis Heer, das über Land kam, konnte die Verteidigungslinie am Paesu-Fluss nicht durchbrechen.

Die erste Runde ging an Gojoseon.

Als der Krieg nicht nach seinem Willen verlief,

schickte Kaiser Wu von Han den Gesandten Wei Shan, um König Ugeo zu besänftigen.

Wei ShanGesandter von Kaiser Wu
König UgeoIch fürchtete nur, die zwei Generäle
würden mich überlisten und töten.
Da ich das Zeichen des Kaisers
gesehen habe, füge ich mich.

König Ugeo willigte ein, den Kronprinzen zur Entschuldigung zu schicken und 5.000 Pferde sowie Proviant für das Heer zu liefern.

Der Kronprinz erreichte den Paesu-Fluss mit 5.000 Pferden und über 10.000 bewaffneten Männern.

KronprinzSohn von König Ugeo
Gesandter Wei ShanIhr kommt, um Euch zu ergeben –
wozu dann die Waffen?
Werft die Waffen weg
und kommt herüber!
KronprinzLegen wir die Waffen ab,
töten sie uns dann…?
Xun ZhiSetzt diese Schar über den Fluss…
zettelt sie dann einen Aufstand an?

Keine Seite traute der anderen – und so überquerte niemand den Fluss.

So zerbrach der Frieden.

Kaiser Wu von Han ließ den Gesandten Wei Shan, der alles verdorben hatte, hinrichten.

Und dann kam der Winter.

Schließlich überquerte Xun Zhi den Paesu-Fluss und schloss die Festung im Nordwesten ein, Yang Pu im Süden.

YeoulPapa, sind all diese Lichter
Feinde?
Papa…Zähl sie nicht.
Beim Zählen kommt die Angst.
Stoßt die
Leitern weg!

Monate vergingen, und die Festung fiel nicht. Doch die Kornspeicher in ihrem Inneren leerten sich, einer nach dem anderen.

YeoulIss. Ich hab schon gegessen.

Einige Minister von Gojoseon ließen Yang Pu heimlich wissen, dass sie sich ergeben wollten. Daraufhin schöpfte Xun Zhi Verdacht gegen Yang Pu.

General der Linken Xun ZhiYang Pu will sich mit Joseon verbünden
und uns angreifen!
Gongsun Sui, Gesandter des KaisersErgreift den General
der Turmschiffe!
Yang PuDer gefangene General der Turmschiffe

Als Xun Zhi den Befehl über beide Heere übernahm und zum Sturm trieb, steckten die Minister in der Festung heimlich die Köpfe zusammen.

Minister NoinErst wollten wir uns Yang Pu ergeben,
doch er wurde festgenommen.
General Wang GyeopDie Angriffe werden täglich heftiger,
doch Seine Majestät will sich nicht ergeben…
HaneumMinisterChamMinister von Nigye

Minister Noin, Minister Haneum und General Wang Gyeop schlichen sich heimlich aus der Festung und ergaben sich den Han.

Minister Noin starb unterwegs.

Im Sommer 108 v. Chr.

In jener Nacht war der Palast still.

Männer, die Cham, der Minister von Nigye, geschickt hatte, töteten König Ugeo. Dann ergab sich Cham den Han.

Der König war tot.
Doch die Festung Wanggeom war noch nicht gefallen.

Minister SeonggiDer König ist von uns gegangen,
doch Joseon ist noch hier!
Haltet die Tore!

YeoulAuch Papa reckte seinen Hammer hoch. Ich schrie mit.

Xun Zhi schickte Jang, König Ugeos Sohn, der sich ergeben hatte, und Choe, den Sohn von Minister Noin, damit sie die Menschen in der Festung zur Aufgabe überredeten.

Jang, Sohn von König UgeoSchafft Seonggi beiseite,
dann bleibt ihr alle am Leben!
Öffnet die Tore!

Es waren nicht die Soldaten der Han, die Seonggi zu Fall brachten. Es waren Menschen aus derselben Festung.

PapaJede Pfeilspitze
ist eine Handbreit Mauer…

YeoulAn jenem Tag sah ich Papa zum ersten Mal weinen.

Das Tor öffnete sich. Die Han-Soldaten zogen hinter ihren Bannern ein.

PapaDas hier
lässt du niemals los.
Es ist der Hammer
von Großvater Bau.

YeoulEinige Tage später, im Morgengrauen, stiegen wir in ein kleines Boot.

So entschwand die Festung Wanggeom – so entschwand Gojoseon in der Ferne.

Im Jahr 108 v. Chr. fiel Gojoseon.

Auf seinem Land errichteten die Han Kommandanturen, darunter die Lelang-Kommandantur.

YeoulWir gingen an Bord eines Schiffes nach Süden. Ich drückte den Hammer meines Urgroßvaters fest an mich.

MutterAuch im Süden braucht man Hände,
die Eisen schmieden können.

YeoulIn einem Küstendorf im Süden ließ der Hammer meines Urgroßvaters wieder Funken sprühen.

YeoulDiesmal keine Pfeilspitzen –
machen wir Sicheln.

Gojoseon war gefallen.

Doch was die Menschen von Gojoseon aufgebaut hatten, verschwand nicht.

Auch auf den weiten Ebenen im Norden
wuchsen neue Reiche heran.

Ende von Folge 6

Geschichtsnotizen

Die Szenen dieser Geschichte wurden auf Grundlage der folgenden Quellen und Fundstätten gezeichnet.

  1. Die Quelle der Geschichte: die Aufzeichnungen des Großen Historikers

    Die Handlung dieser Folge folgt größtenteils dem „Bericht über Joseon“ in Sima Qians Aufzeichnungen des Großen Historikers. Sima Qian war ein Zeitgenosse dieses Krieges und hielt ihn ausführlich fest – von der Aushebung eines Heeres, für das Kaiser Wu sogar Sträflinge aufbot, bis zum Fall der Festung Wanggeom. Der Name des Kronprinzen, der an den Paesu-Fluss ging, wird allerdings nicht genannt. Ob er derselbe war wie König Ugeos Sohn Jang, der am Ende die Menschen in der Festung zur Aufgabe überredete, wissen wir daher nicht.

    Aufzeichnungen des Großen Historikers, „Bericht über Joseon“
  2. Seonggi, der bis zuletzt kämpfte

    Die Aufzeichnungen des Großen Historikers berichten nur: „Da die Festung Wanggeom noch nicht gefallen war, erhob sich Ugeos Minister Seonggi erneut und griff die Beamten an.“ Weil der Bericht von der Han-Seite stammt, klingt das nach einer Rebellion. Für die Menschen von Gojoseon aber war es der letzte Widerstand, mit dem sie ihr Land verteidigen wollten, obwohl sie ihren König verloren hatten. Xun Zhi schickte König Ugeos Sohn Jang, der sich ergeben hatte, und Choe, den Sohn von Minister Noin, um das Volk zur Aufgabe zu überreden – und so fiel Seonggi.

    Aufzeichnungen des Großen Historikers, „Bericht über Joseon“
  3. Ein Krieg ohne Sieger

    Die Minister von Gojoseon, die König Ugeo getötet oder sich ergeben hatten, wurden von den Han zu Lehnsfürsten (Adligen, denen der Kaiser Land verlieh) erhoben. Die Han-Generäle dagegen wurden bestraft. Xun Zhi, der General der Linken, wurde auf dem Marktplatz hingerichtet, weil er im Streit um den Ruhm den Feldzug verdorben hatte. Yang Pu, der General der Turmschiffe, kaufte sich von der Todesstrafe frei und lebte fortan als einfacher Bürger. Auch Gongsun Sui, der Yang Pu festgenommen hatte, und Wei Shan, der den Frieden vereitelt hatte, wurden hingerichtet. Sima Qian fügte hinzu: „Beide Heere wurden mit Schande bedeckt, und keiner der Befehlshaber wurde für seine Verdienste Lehnsfürst.“

    Aufzeichnungen des Großen Historikers, „Bericht über Joseon“
  4. Die vier Han-Kommandanturen

    Auf dem früheren Gebiet von Gojoseon richteten die Han die Lelang-, Zhenfan- und Lintun-Kommandantur ein, im Jahr darauf zusätzlich die Xuantu-Kommandantur. Zusammen nennt man sie oft die „vier Han-Kommandanturen“, heute auch „Han-Kommandanturen und -Kreise“. Doch die einheimische Bevölkerung leistete heftigen Widerstand. Zhenfan und Lintun wurden 82 v. Chr. aufgelöst, Xuantu wurde 75 v. Chr. nach Westen abgedrängt. Nur die Lelang-Kommandantur hielt sich lange – bis Goguryeo sie 313 vertrieb.

  5. Von acht Gesetzen zu sechzig

    Laut der „Abhandlung über die Geographie“ im Buch der Han sahen die aus Liaodong geholten Beamten und die durchreisenden Händler, dass die Leute ihre Türen nicht verschlossen – und stahlen nachts. Die Sitten wurden immer rauer, und aus den einst acht Gesetzesartikeln wurden über 60. Wo das Vertrauen zerbrochen war, füllten nun mehr Gesetze die Lücke.

    Buch der Han, „Abhandlung über die Geographie“
  6. Goldene Gürtelschnalle aus Grab Nr. 9 in Seogam-ri, PjöngjangGoldene Gürtelschnalle aus Grab Nr. 9 in Seogam-ri, Pjöngjang · Koreanisches Nationalmuseum

    Wo lag die Festung Wanggeom?

    Viele Fachleute nehmen an, dass die Festung Wanggeom am Taedong-Fluss im heutigen Pjöngjang lag. Denn rund um eine alte Erdfestung im Bezirk Nangnang südlich des Taedong-Flusses kamen zahlreiche Gräber und Fundstücke aus der Lelang-Zeit zutage. Auch diese goldene Gürtelschnalle (Nationalschatz) aus Grab Nr. 9 in Seogam-ri, Pjöngjang, gehört dazu: Auf einer Goldplatte sind große und kleine Drachen aus Golddraht und winzigen Goldkügelchen aufgesetzt, dazu sind blaue Edelsteine eingelegt. Manche meinen jedoch, die Festung Wanggeom und die Lelang-Kommandantur hätten in der Gegend von Liaodong gelegen, und auch darüber, welcher Fluss der Paesu war (der Yalu, der Cheongcheon-Fluss oder ein anderer), gehen die Meinungen auseinander.

  7. Die nach Süden zogen

    Das Samguk Sagi berichtet, dass vor der Gründung Sillas „Vertriebene aus Joseon“ verstreut in den Bergtälern der Gegend von Gyeongju lebten und sechs Dörfer bildeten. Laut den Chroniken der Drei Reiche, Buch der Wei, „Bericht über die östlichen Völker“, gab es im südlichen Land Byeonhan Eisen im Überfluss: Die Han (韓), die Ye und die Wa kamen alle, um es zu kaufen, und auf den Märkten benutzte man Eisen so, wie man in China Geld benutzte. In einem Grab aus der Zeit um das 1. Jahrhundert v. Chr. in Daho-ri bei Changwon (Provinz Süd-Gyeongsang), das das Koreanische Nationalmuseum 1988 ausgrub, fand man neben Eisenwerkzeugen fünf lackierte Schreibpinsel und ein kleines Messer, mit dem man auf Holz Geschriebenes abschabte, um es zu verbessern. Offenbar schrieben auch die Menschen im Süden damals schon mit dem Pinsel und trieben Handel mit fernen Gegenden.

    Samguk Sagi, Annalen von Silla · Chroniken der Drei Reiche, Buch der Wei, „Bericht über die östlichen Völker“

Schlüsselbegriffe dieser Folge

Nächste Folge

Folge 7 · Der Meisterschütze aus dem Ei

Im Palast von Ost-Buyeo im Norden legte Yuhwa, die Tochter Habaeks, vom Sonnenlicht berührt, ein Ei. Aus diesem Ei, das weder Hunde noch Schweine fressen wollten, wird ein Kind geboren, dessen Pfeile nie ihr Ziel verfehlen. Die Geschichte von Jumong, erzählt von seiner Mutter Yuhwa.

Bildnachweis

Alle Illustrationen dieses Webtoons sind neu gezeichnet; Namen und Dialoge der Figuren sind auf Grundlage historischer Fakten und Forschungsergebnisse frei nachgestaltet. Datierungen und Deutungen folgen der in der Forschung üblichen Darstellung; wo die Meinungen auseinandergehen, sagen es die Geschichtsnotizen.