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Folge 5Wiman wird König
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Folge 5

Wiman wird König

Wiman Joseon und die Kultur der Eisenzeit · 2. Jahrhundert v. Chr.
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🎧 Mit Ton wird es noch lebendiger.
In jeder Szene klingen Wind, Lagerfeuer und Fluss anders, und die Musik folgt dem Lauf der Geschichte.
Was bisher geschah

Das Samguk Yusa berichtet, dass Dangun Wanggeom Gojoseon gründete, das erste Reich der koreanischen Geschichte. Gojoseon stritt mit seinem Nachbarn Yan und regierte sein Volk mit den Acht Verboten. Dann, unter König Jun, kam ein Mann namens Wiman aus dem Land Yan im Westen mit einer Schar von über tausend Menschen über den Fluss.

Figuren

BauEin Junge aus der Schmiede.
Der Held dieser Geschichte
Baus VaterEin berühmter
Bronzegießer
WimanEin Exilant
aus Yan
König JunKönig von Gojoseon
König UgeoWimans Enkel
She HeHan-Gesandter

Baus Vater war einer der besten Bronzegießer des Dorfes.

BauSohn eines Bronzegießers
PapaBronze ist ein Metall, das der Himmel schenkt.
Ein Dolch kostet einen Monat Sorgfalt.

In den Wirren, als das Reich Qin zerfiel und die Han aufstiegen, flohen Zehntausende Menschen aus Yan, Qi und Zhao nach Gojoseon.

BauPapa, warum kommen die Leute immer wieder hierher?
PapaDrüben hören die Kämpfe wohl nie auf.

Unter den Flüchtlingen war auch ein Schmied, der ein fremdes Metall bearbeitete.

BauWas ist das…?
Das ist keine Bronze.
Geflohener SchmiedJe öfter man Eisen erhitzt und schlägt, desto härter wird es.
BauEs glänzt aber nicht,
und es rostet doch leicht, oder?
SchmiedDafür ist es härter als Bronze.
Und Eisenerz findet man überall.

In jener Nacht ging Bau mit einer Schale gekochter Gerste zu dem Schmied.

SchmiedMein Heimatdorf ist niedergebrannt.
Mir ist nur dieser Hammer geblieben.
BauDann könnt Ihr doch hier neu anfangen!
PapaBringt auch mir bei,
wie man Eisen bearbeitet.
Schmied…Ihr, ein Meister
der Bronze?

An jenem Tag sah Bau zum ersten Mal, wie sein Vater sich vor einem anderen verneigte.

SchmiedNehmt diesen Hammer.
Schmieden wir gemeinsam.
YanQiZhaoChina(Qin → Han)Xiongnu(nördliche Steppe)GojoseonFestung Wanggeom (vermutet)Gelbes MeerOstmeerLu WanWiman und 1.000+ GefolgsleuteFluchtwege (ungefähr)Wimans Weg (ungefähr)Lu Wans Flucht

195 v. Chr. lehnte sich Lu Wan, der König von Yan, gegen die Han auf und floh zu den Xiongnu. In diesen Wirren kam Wiman, ein Mann aus Yan, mit seinem Gefolge nach Osten.

Wiman und seine Schar von über tausend Menschen überquerten den Paesu-Fluss.

WimanEin Mann aus Yan
Die tragen Haarknoten
wie wir!
PapaUnd ihre Kleider
sind auch nicht aus Yan.

Wiman ging zu König Jun und kniete vor ihm nieder.

König JunKönig von Gojoseon
WimanIch bitte Euch, lasst uns
an der Westgrenze leben.
Ich sammle die Geflohenen
und werde Joseons Schutzwall sein.
König JunIch ernenne dich zum Gelehrten und vertraue dir
hundert Li im Westen an.
Diese Jadetafel ist das Zeichen meines Vertrauens.

Tag für Tag scharten sich Menschen um Wiman. Bald herrschte in dem Land im Westen, das König Jun ihm überlassen hatte, ein Treiben wie in einem kleinen Reich.

WimanVergesst nie die Güte des Königs, der uns aufgenommen hat!

Niemand ahnte, gegen wen sich diese Speerspitzen einmal richten würden.

Wimans SoldatMit diesen Speerspitzen halten wir das Han-Heer auf.
Mach noch hundert!
BauPapa, kommt das
Han-Heer wirklich?

Sein Vater antwortete nicht und ließ nur den Hammer niedersausen.

Bald darauf kam ein Bote Wimans in die Festung Wanggeom geeilt.

Wimans BoteMajestät! Das Han-Heer
greift auf zehn Wegen an!
Der Gelehrte Wiman will mit seinen Truppen kommen
und Eure Majestät beschützen.

Lange schwieg König Jun. Dann sprach er.

…Lasst ihn sofort herein.

In jener Nacht brach Wimans Heer mit Fackeln auf.

Papa, die Soldaten ziehen
zur Festung Wanggeom…
PapaPst!
Du hast nichts gesehen.

Doch es war nicht die Grenze, gegen die Wimans Heer seine Speere richtete.

Es war der Palast.

König JunWiman!
Ich habe dir vertraut!

König Jun wehrte sich, doch er konnte nicht standhalten.

König Jun nahm die Palastdiener, die ihm geblieben waren, mit und fuhr aufs Meer hinaus.

König JunDer, dem ich vertraute…
hat mich gestürzt.
Alter PalastdienerMajestät, auch jenseits des Meeres leben Menschen.
Beginnt dort von Neuem.
König JunDiese Jadetafel ist das Zeichen meines Vertrauens.

König Jun soll übers Meer das Land „Han“ (韓) im Süden erreicht und sich dort selbst König von Han genannt haben.

Ein König, der einen Exilanten großherzig aufnahm und dabei sein Reich verlor.

Doch dank dieser Großherzigkeit kamen die Kunst der Eisenbearbeitung und die Menschen, die sie beherrschten, nach Gojoseon.

Vertrauen machte das Reich groß –
und brachte es in Gefahr.

Wiman bestieg den Thron. An seinem Hof standen auch Beamte aus dem Volk von Joseon.

WimanDer Name des Reiches bleibt.
Wir sind Joseon!

Und das Eisen begann, Gojoseon zu verändern.

Die Jahre vergingen, und Bau wurde in der Festung Wanggeom ein berühmter Eisenschmied.

PapaSchon wieder Sicheln?
Speerspitzen sollen mehr einbringen.
BauEine Sichel
ernährt eine ganze Familie.

Mit eisernen Sicheln Reis zu schneiden war kein Vergleich zu früher, als man die Ähren eine nach der anderen mit halbmondförmigen Steinmessern abgeschnitten hatte.

DorfbewohnerDieses Jahr reichen
die Speicher nicht!

Mit den Ernten wuchs auch die Bevölkerung, und das mit Eisenwaffen gerüstete Heer wurde stärker.

Das erstarkte Gojoseon unterwarf seine Nachbarn Jinbeon und Imdun. Die Aufzeichnungen des Großen Historikers berichten, sein Gebiet habe „mehrere tausend Li im Geviert“ umfasst.

Wiman JoseonJinbeonImdunFestung WanggeomHanLiaodong-KommandanturStaat Jin(später Samhan)Gelbes MeerOstmeer↑ BuyeoZentrum von Wiman Joseon (vermutet)Unterworfen: Jinbeon, Imdun (vermutet)Handelswege

Die Jahre vergingen, und auch Bau wurde alt. Er gab seinem kleinen Enkel den Hammer – genau den Hammer, den der Schmied, der über den Fluss gekommen war, einst seinem Vater geschenkt hatte.

BauAus Eisen wird ein Schwert oder eine Sichel.
Was daraus wird,
liegt am Herzen dessen, der es schmiedet.

Wiman starb, der Thron ging an seinen Sohn,

und dann bestieg sein Enkel Ugeo den Thron.

Zu jener Zeit dehnte im Reich der Han Kaiser Wu sein Gebiet in alle Richtungen aus.

Unter König Ugeo hielt Gojoseon den Knotenpunkt zwischen den Han und den Staaten im Süden fest in der Hand.

明明明明明
Gesandter aus dem SüdenWir sind auf dem Weg zum Kaiser der Han.
Öffnet das Tor!
TorbeamterNein! Der Weg zum Kaiser bleibt versperrt.
Euren Handel treibt Ihr hier, innerhalb dieses Tores!
She HeHan-Gesandter
She HeEuer Großvater war
ein äußerer Vasall der Han!
Gehorcht dem Willen des Kaisers!
König UgeoJoseon geht seinen eigenen Weg.

She He musste schließlich mit leeren Händen heimkehren. Unterkönig Jang von Joseon begleitete ihn bis zum Paesu-Fluss.

Unterkönig JangEin hoher Würdenträger von Gojoseon
Unterkönig JangDer Weg ist weit.
Reist wohlbehalten.

She He ließ Unterkönig Jang von seinem Wagenlenker erstechen und floh über den Fluss.

Dann meldete er dem Kaiser, er habe „einen General von Joseon getötet“.

Kaiser Wu schätzte She Hes „Verdienst“ hoch und ernannte ihn zum Ostkommandanten von Liaodong.

Voller Zorn schickte Gojoseon Truppen, die She He angriffen und töteten.

In jenem Jahr hallte aus jeder Schmiede der Festung Wanggeom die ganze Nacht das Hämmern von Speerspitzen. Auch Baus Enkel griff zum Hammer seines Großvaters.

YeoulBaus Urenkelin
BauAus Eisen wird ein Schwert oder eine Sichel…

Kaiser Wu von Han stellte ein Heer auf und zog dafür sogar Sträflinge heran.

Im Herbst jenes Jahres – übers Meer und über Land.

Das letzte Jahr von Gojoseon
rückte näher.

Ende von Folge 5

Geschichtsnotizen

Die Szenen dieser Geschichte wurden auf Grundlage der folgenden Quellen und Fundstätten gezeichnet.

  1. Wimans Geschichte – in jeder Quelle anders

    Der „Bericht über Joseon“ in den Aufzeichnungen des Großen Historikers schreibt, dass Wiman, ein Mann aus Yan, eine Schar von über tausend Menschen sammelte und mit Haarknoten und in Barbarenkleidung nach Osten über den Paesu-Fluss zog. König Juns Name kommt in diesem Werk jedoch nicht vor. Die Geschichten, dass König Jun Wiman zum Gelehrten (Baksa) ernannte, ihm eine Jadetafel namens Gyu gab und ihm hundert Li Land im Westen anvertraute, und dass Wiman mit der Lüge „Das Han-Heer greift auf zehn Wegen an“ in den Palast gelangte, stammen aus dem Weilüe, das in den Kommentaren zu den Chroniken der Drei Reiche erhalten ist. Diese Folge verbindet beide Quellen. Welchem heutigen Fluss der Paesu-Fluss entspricht, ist umstritten; genannt werden unter anderem der Yalu und der Cheongcheon-Fluss.

    Aufzeichnungen des Großen Historikers, „Bericht über Joseon“ · Chroniken der Drei Reiche, Buch der Wei, „Bericht über die östlichen Völker“
  2. Wessen Reich war Wiman Joseon?

    Gojoseon nach Wimans Thronbesteigung nennt man auch Wiman Joseon. Viele Forscher sehen in Wimans Haarknoten und „Barbarenkleidung“ die Tracht der Menschen von Joseon und betonen, dass er den Namen „Joseon“ beibehielt. Auch unter den hohen Würdenträgern, die in den Berichten über den späteren Krieg mit den Han genannt werden, scheinen viele aus einheimischen Machtgruppen gestammt zu haben. Deshalb gilt Wiman Joseon als ein Reich, das Danguns Gojoseon fortführte.

    Aufzeichnungen des Großen Historikers, „Bericht über Joseon“
  3. König Jun auf dem Meer – und „Han“

    Die Chroniken der Drei Reiche berichten, dass König Jun mit den Palastdienern an seiner Seite aufs Meer hinausfuhr, sich im Land Han (韓) im Süden niederließ und sich selbst „König von Han“ nannte. Seine Linie erlosch später, doch noch im 3. Jahrhundert soll es unter den Menschen von Han einige gegeben haben, die für ihn Opferriten abhielten. Der Name „Han“ lebte in Mahan, Jinhan und Byeonhan fort, den Samhan (den „Drei Han“), und 1897 gab Gojong dem Land mit den Worten „Unser Land ist das Land der Samhan“ den Namen Koreanisches Kaiserreich (Daehan Jeguk, „Großes Kaiserreich Han“). Den Namen „Daehan“ übernahm 1919 die Provisorische Regierung in Shanghai – daraus wurde Daehan Minguk, die Republik Korea.

    Chroniken der Drei Reiche, Buch der Wei, „Bericht über die östlichen Völker“, Han (韓) · Wahrhaftige Aufzeichnungen über König Gojong
  4. Gussform für schlanke BronzedolcheGussform für schlanke Bronzedolche

    Schlanke Bronzedolche und steinerne Gussformen

    Die schlanken Dolche, die Baus Vater gießt, sind schlanke Bronzedolche. Ihre Klingen sind gerader und schmaler als die der mandolinenförmigen Dolche aus Folge 3, und weil sie vor allem auf der Koreanischen Halbinsel und in ihrer Umgebung gefunden werden, nennt man sie auch „Bronzedolche koreanischen Typs“. Das Foto zeigt eine steinerne Gussform, die aus Daedong in der Provinz Süd-Pyongan stammen soll. Man band zwei Steinhälften mit den Innenseiten aneinander und goss das flüssige Metall in die Rinne dazwischen. Solche Gussformen hat man an vielen Orten gefunden; sie zeigen, dass die Menschen von Gojoseon ihre Bronzegegenstände selbst herstellten.

  5. Eisenmesser und Eisensichel aus der frühen EisenzeitEisenmesser und Eisensichel aus der frühen Eisenzeit

    Die frühesten Eisengegenstände

    In Yongyeon-dong bei Wiwon (Provinz Nord-Pyongan) nahe dem Yalu fand man eiserne Hacken, Sicheln, halbmondförmige Messer, Äxte und Speere, die zusammen mit Hunderten Stücken Mingdao-Messergeld, dem Geld von Yan, vergraben waren; sie gelten als einige der frühesten Eisenfunde auf der Koreanischen Halbinsel. Die ersten Eisengegenstände, die ins Land kamen, waren meist Äxte, Hacken und Sicheln, die man durch Gießen von flüssigem Eisen in Formen herstellte; die Technik, glühendes Eisen zu schmieden, verbreitete sich erst nach und nach. Kupfer und Zinn, die Rohstoffe der Bronze, mussten von weit her beschafft werden, Eisenerz dagegen ließ sich an vielen Orten abbauen. So stellte man aus Metall, das zuvor nur für kostbare Waffen und Kultgeräte verwendet worden war, nun sogar Ackergeräte her. Das Foto zeigt ein Eisenmesser und eine Eisensichel aus der frühen Eisenzeit im Koreanischen Nationalmuseum.

  6. Mingdao-Messergeld aus YanMingdao-Messergeld aus Yan

    Mingdao-Geld und ein Reich am Knotenpunkt

    Mingdao-Geld ist ein Bronzegeld aus Yan, das einem kleinen Messer nachgebildet ist. Seinen Namen verdankt es einem Schriftzeichen auf der Vorderseite, das wie „明“ (ming) aussieht; man findet es in großen Mengen rund um den Cheongcheon-Fluss und den Yalu sowie in der Region Liaoning. Den Aufzeichnungen des Großen Historikers zufolge schloss Wiman mit dem Gouverneur von Liaodong eine Vereinbarung und wurde ein „äußerer Vasall (Oesin)“ der Han; dadurch erhielt er Truppen und Güter, mit denen er Jinbeon und Imdun unterwarf. Gojoseon kontrollierte den Knotenpunkt zwischen den Han und dem Staat Jin im Süden und profitierte vom Zwischenhandel, indem es die Waren lenkte, die hin- und hergingen.

    Aufzeichnungen des Großen Historikers, „Bericht über Joseon“
  7. Der Funke des Krieges

    Wiman hatte versprochen, benachbarten Stammesführern den Weg zum Kaiser nicht zu versperren. Sein Enkel König Ugeo aber nahm Menschen auf, die aus dem Han-Reich geflohen waren, suchte den Kaiser kein einziges Mal auf und versperrte sogar den Staaten in der Nähe von Jinbeon den Weg. 128 v. Chr. wandte sich Namnyeo, der Anführer der Ye (濊), von König Ugeo ab und unterwarf sich mit 280.000 Menschen den Han; daraufhin wurde die Canghai-Kommandantur eingerichtet, die jedoch nach wenigen Jahren wieder aufgelöst wurde. 109 v. Chr. tötete She He den Unterkönig Jang, der ihn verabschiedete, und meldete, er habe „einen General von Joseon getötet“; Kaiser Wu ernannte ihn daraufhin zum Ostkommandanten von Liaodong. Als das erzürnte Gojoseon Truppen schickte und She He tötete, ließ Kaiser Wu ein Heer aufstellen und Gojoseon angreifen.

    Aufzeichnungen des Großen Historikers, „Bericht über Joseon“ · Buch der Han, „Annalen des Kaisers Wu“ · Buch der Späteren Han, „Bericht über die östlichen Völker“

Schlüsselbegriffe dieser Folge

Nächste Folge

Folge 6 · Das letzte Jahr der Festung Wanggeom

Das große Heer der Han rückt auf zwei Wegen heran, über das Meer und über Land, und die Festung Wanggeom hält fast ein Jahr lang stand. Zwischen denen, die die Festung verteidigen wollen, und denen, die ihre Tore öffnen wollen, erlebt Baus Urenkelin Yeoul das letzte Jahr von Gojoseon.

Bildnachweis

Alle Illustrationen dieses Webtoons sind neu gezeichnet; Namen und Dialoge der Figuren sind auf Grundlage historischer Fakten und Forschungsergebnisse frei nachgestaltet. Datierungen und Deutungen folgen der in der Forschung üblichen Darstellung; wo die Meinungen auseinandergehen, sagen es die Geschichtsnotizen.