Ein Reich, vom Himmel gesandt
In jeder Szene klingen Wind, Lagerfeuer und Fluss anders, und die Musik folgt dem Lauf der Geschichte.
In der Bronzezeit, als sich in den Dörfern das Getreide häufte, gab es bald Besitzende und Besitzlose. Der Häuptling mit Bronzedolch und Spiegel gab sich als Nachkomme des Himmels aus, und Hunderte hängten sich in die Seile, um für ihn einen Dolmen zu errichten. In der Nacht, als der Dolmen stand, begann der alte Priester, den Kindern die Geschichte vom Sohn des Himmelskönigs zu erzählen.
Figuren
Steigt in die Welt der Menschen herab
Mensch zu werden
in einer Höhle lebte
Gründet Joseon
Folgte seinem Vater, König Bu, nach
In der Nacht, als der Dolmen stand, erzählte der alte Priester am Lagerfeuer seine Geschichte weiter.
hatte einen Sohn namens Hwanung.
auf die Welt der Menschen dort unten.
Die Dangun-Legende
Die Gründungsgeschichte von Gojoseon, wie sie im Samguk Yusa überliefert ist
in die Welt der Menschen.
dem Wohl aller Menschen dienen.
„Dem Wohl aller Menschen dienen“ – der Ausdruck Hongik Ingan (弘益人間) geht auf diese Worte Hwanins zurück.
Steig hinab und herrsche.
Hwanin gab seinem Sohn drei Zeichen des Himmels: die Himmlischen Siegel (Cheonbuin).
Mit einem Gefolge von 3.000 stieg Hwanung auf den Gipfel des Berges Taebaek herab, unter den Göttlichen Altarbaum.
Hwanung nannte den Ort Sinsi, die Göttliche Stadt, und regelte mehr als 360 Angelegenheiten der Menschenwelt, darunter Getreide, Leben, Krankheit, Strafe sowie Gut und Böse.
und bringt Unrecht wieder ins Lot.
Zu jener Zeit lebten eine Bärin und ein Tiger zusammen in einer Höhle. Tag für Tag beteten die beiden zu Hwanung.
Menschen werden.
das Sonnenlicht, dann werdet ihr Menschen.
Es waren eine Handvoll heiliger Beifuß und zwanzig Knoblauchzehen.
Ein Tag, zwei Tage, zehn Tage… Die Tage in der Höhle waren lang und dunkel.
Ich halt’s nicht mehr aus!
ein bisschen durchhalten.
Am Ende hielt es der Tiger nicht mehr aus und stürmte aus der Höhle.
Allein zurückgeblieben, harrte die Bärin schweigend in der Dunkelheit aus.
Und dann kam der einundzwanzigste Tag.
Die Bärin war zur Frau geworden. Die Menschen nannten sie Ungnyeo, die „Bärenfrau“.
Menschenhände…
Ungnyeo hatte niemanden, den sie heiraten konnte, und so betete sie Tag für Tag unter dem Göttlichen Altarbaum um ein Kind.
ein Kind…
Hwanung nahm für eine Weile Menschengestalt an und heiratete Ungnyeo.
Schließlich gebar Ungnyeo einen Sohn.
Dieses Kind war kein anderer als Dangun Wanggeom.
Als Dangun Wanggeom erwachsen war, machte er die Festung Pjöngjang zu seiner Hauptstadt
und nannte sein Reich „Joseon“.
Später verlegte Dangun die Hauptstadt nach Asadal und herrschte 1.500 Jahre lang über das Reich.
Dann zog er sich nach Asadal zurück und wurde zum Berggott. Er soll damals 1.908 Jahre alt gewesen sein.
ein Mensch geworden?
überliefert.
Diese Geschichte, die lange von Mund zu Mund weitergegeben wurde,
fand viel später Eingang in das Samguk Yusa, das der Goryeo-Mönch Iryeon aus alten Aufzeichnungen zusammenstellte, und ist so bis heute erhalten.
Und die Legende wird zur Geschichte.
Eine Hauptstadt mit Erdwällen, ein Herrscher auf einem Altar. So könnte Gojoseon ausgesehen haben.
will ich dem Wohl aller Menschen dienen!
Spätere Geschichtswerke setzten das Jahr, in dem Dangun sein Reich gründete, auf 2333 v. Chr. an.
Die Jahre vergingen, und Gojoseon wurde immer stärker.
So stark, dass es sich mit seinem westlichen Nachbarn messen konnte, dem chinesischen Staat Yan.
Es kam die Nachricht, der Herrscher von Yan habe sich selbst zum „König“ erklärt und habe es auf die Länder im Osten abgesehen.
bin ich es auch!
Sammelt ein Heer und greift Yan an!
Haltet sie zuerst mit Worten auf.
Der König gab seinen Plan auf und schickte Minister Ye nach Yan. Auch Yan hielt seine Truppen zurück.
Doch der Frieden hielt nicht lange. Der Yan-General Qin Kai fiel mit einem großen Heer ein.
Gojoseon verlor über 2.000 Li seiner westlichen Gebiete und wurde stark geschwächt.
wohin gehen wir jetzt?
Wir müssen ein neues Zuhause finden.
Gojoseon hatte ein Gesetz mit acht Artikeln. Heute sind nur drei davon bekannt.
bezahlt sofort mit dem Tod!
bezahlt mit Getreide!
wird Sklave in jenem Haus!
vergebt mir…
Wer sich aus der Sklaverei freikaufen wollte, musste pro Person 500.000 Münzen zahlen.
Es heißt, die Menschen hätten einander nie bestohlen, und so habe niemand sein Tor verschlossen.
Gegen Ende des 3. Jahrhunderts v. Chr. herrschte in China großes Chaos.
Während das Reich Qin zerfiel und die Han an seine Stelle traten,
strömten Menschen auf der Flucht vor dem Krieg nach Gojoseon.
Zu jener Zeit herrschte in Gojoseon König Jun, der Sohn von König Bu.
Land zum Leben.
Eines Tages überquerte ein Mann von Westen her den Fluss, an der Spitze einer Schar von über tausend Menschen.
Er trug einen Haarknoten und war anders gekleidet als die Leute aus Yan. Sein Name war Wiman.
Wiman ging zu König Jun und bat darum, sich an der Westgrenze ansiedeln zu dürfen; dort wolle er dem Reich als Schutzwall dienen.
und gebe dir hundert Li im Westen.
mit meinem Leben.
König Jun vertraute Wiman.
Tag für Tag scharten sich neue Menschen um Wiman.
Wiman, der Mann, der über den Fluss kam.
Er sollte das Schicksal
von Gojoseon verändern.