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Folge 34Die Wellen des Salsu
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Folge 34

Die Wellen des Salsu

Krieg zwischen Goguryeo und Sui · 612
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🎧 Mit Ton wird es noch lebendiger.
In jeder Szene klingen Wind, Lagerfeuer und Fluss anders, und die Musik folgt dem Lauf der Geschichte.
Was bisher geschah

In der letzten Folge lernten wir Sillas erste Königin kennen, Königin Seondeok. Obwohl sie 642 die Festung Daeya verlor und vom Tang-Kaiser verachtet wurde, errichtete sie die neunstöckige Pagode des Hwangnyongsa, und 647 starb sie mitten in Bidams Aufstand. An ihrer Seite standen zwei Säulen des Reiches: Kim Chun-chu und Kim Yu-sin.

Figuren

Eulji MundeokMinister von Goguryeo.
Listenreich und wortgewandt
König YeongyangKönig von Goguryeo.
Bietet Sui die Stirn
Kaiser Yang von SuiKaiser von Sui.
Greift Goguryeo dreimal an
Yu ZhongwenSui-General.
Lässt Eulji Mundeok entkommen
Yuwen ShuSui-General.
Stößt bis Pjöngjang vor
NaruJunger Soldat an der Seite
Eulji Mundeoks · erdachte Figur

Diesmal führt uns die Geschichte zurück ins Goguryeo etwa eine Generation vor Königin Seondeok.

589 einte die Sui-Dynastie China, das lange in Nord und Süd gespalten gewesen war.

Dieses große Reich blickte nach Osten,
auf Goguryeo.

Im zweiten Monat 598 griff König Yeongyang von Goguryeo mit über 10.000 Malgal-Kriegern das Sui-Gebiet Liaoxi an.

König YeongyangKönig von Goguryeo
König YeongyangAuf nach Liaoxi!
Nach Westen!

Wei Chong, der Sui-Generalkommandant von Yingzhou, hielt sie auf und schlug sie zurück.

Kaiser Wen von Sui geriet in großen Zorn und schickte seinen Sohn Yang Liang, den Prinzen von Han, und andere mit 300.000 Mann zu Land und zu Wasser gegen Goguryeo.

Der Sommerregen schnitt die Nachschubwege ab, und eine Seuche brach aus. Auch von den Schiffen, die den Seeweg nahmen, sanken viele im Sturm.

Sui-SoldatDer Wagen steckt fest!
Schieben!
Der Proviant…
ist alle, heißt es.

Im neunten Monat zog das Sui-Heer ab. Acht oder neun von zehn Mann waren tot.

Auch König Yeongyang bekam es mit der Angst zu tun; er schickte einen Gesandten, entschuldigte sich und erniedrigte sich selbst zum „Mist-und-Erde-Untertan von Liaodong“ (einem Untertan, so gering wie die verrottete Erde Liaodongs). Kaiser Wen zog seine Truppen zurück und behandelte ihn wie zuvor.

Neun Jahre später brach Kaiser Wens Sohn, Kaiser Yang,
in die nördliche Steppe auf.

Als Kaiser Yang 607 das Zelt von Qimin Khagan der Göktürken besuchte, war gerade ein Gesandter aus Goguryeo dort.

Kaiser Yang von SuiKaiser von SuiQimin KhaganKhagan (Herrscher) der GöktürkenGoguryeo-Gesandter
Niu Hong, Minister des KaisersSagt eurem König,
er soll eilends kommen und huldigen.
Kommt er nicht,
ziehen wir mit Qimin
in euer Land!

Qimin wagte nicht, den Gesandten zu verstecken, und trat mit ihm vor den Kaiser.

Als der Gesandte diese Worte überbrachte, fürchtete sich König Yeongyang. Doch er ging nicht nach Sui.

König YeongyangSui…
wird kommen.
Eulji MundeokDann müsst Ihr
die Abwehr
beizeiten rüsten.
Eulji MundeokGoguryeo-Minister

Das Samguk Sagi beschreibt Eulji Mundeok als besonnen und standhaft, listenreich und des Schreibens kundig. Seine Herkunft sei unbekannt, heißt es dort.

611 verkündete Kaiser Yang den Feldzug gegen Goguryeo und zog die Truppen des ganzen Reiches in der Zhuo-Kommandantur (nahe dem heutigen Peking) zusammen.

Im ersten Monat 612 erging ein weiteres kaiserliches Edikt.

Das elende Gesindel von Goguryeo
ist töricht und unbotmäßig.

高句麗小醜 迷昏不恭 — Samguk Sagi, König Yeongyang, 23. Jahr

Laut dem Samguk Sagi zählte das versammelte Heer 1.133.800 Mann – man sprach von zwei Millionen –, und die Träger des Proviants waren doppelt so viele.

Kaiser Yang von SuiAlle sammeln sich
in Pjöngjang!

Jeden Tag brach eine Armee auf, im Abstand von 40 Li, und es dauerte 40 Tage, bis alle unterwegs waren. Die Banner reichten 960 Li weit.

Liaoshui (Liao-Fluss)Amnoksu (Yalu)Salsu(heute Cheongcheon)Paesu (Taedong)GoguryeoSuiBohai-MeerGelbes MeerFestung LiaodongFestung PjöngjangYangs Hauptheer← Zhuo-KommandanturNeun Armeen, 305.000Lai Hu’ers FlotteWege und Orte ungefähr;Salsu: wohl Cheongcheon

Kaiser Yangs Hauptheer zog gegen die Festung Liaodong, die neun Armeen überquerten den Yalu in Richtung Pjöngjang, und die Flotte nahm über das Meer Kurs auf Pjöngjang.

Das Sui-Heer erreichte den Liaoshui (heute Liao-Fluss). Das Heer von Goguryeo verteidigte den Fluss.

Goguryeo-GeneralSchießt!
Sui-SoldatDie Brücke…
ist zu kurz!

Die drei Pontonbrücken der Sui endeten gut eine Mannslänge vor dem anderen Ufer.

Nach zwei Tagen hatten die Sui die Brücken verlängert; das Heer von Goguryeo erlitt eine schwere Niederlage, und die Festung Liaodong wurde eingeschlossen. Kaiser Yang hatte befohlen: „In allen Dingen erst Meldung machen und abwarten.“

Goguryeo-GeneralWir ergeben uns!
Wir ergeben uns!
Sui-GeneralSchnell, meldet es
dem Kaiser!

Bis die Antwort kam, hatte die Festung ihre Verteidigung längst wieder geordnet. Das wiederholte sich zwei-, dreimal.

Kaiser Yang rief seine Generäle zu sich und überhäufte sie mit Vorwürfen.

Kaiser Yang von SuiIhr pocht auf Rang und Herkunft
und nehmt mich nicht ernst?!
Ich bin gekommen, um euer Treiben zu sehen –
und euch die Köpfe abzuschlagen!

Die Generäle wurden vor Angst alle kreidebleich.

Um diese Zeit überquerte die Sui-Flotte unter Lai Hu’er das Meer und lief in den Paesu (Taedong-Fluss) ein.

Lai Hu’erBefehlshaber der Sui-Flotte
Vizekommandant Zhou FashangWir müssen warten,
bis die anderen Armeen kommen!
Lai Hu’erKein Grund
zu warten!
Auf nach Pjöngjang!

Seine Schiffe reihten sich über Hunderte Li. Gerade hatte er 60 Li vor der Festung Pjöngjang ein Heer von Goguryeo vernichtend geschlagen.

Lai Hu’er wählte Zehntausende seiner besten Soldaten aus und stieß geradewegs bis an den Fuß der Festung Pjöngjang vor.

GeonmuKönig Yeongyangs jüngerer Bruder · Der spätere König Yeongnyu
GeonmuLasst sie keinen Fuß
auf Pjöngjangs Boden setzen!

Chinesische Quellen berichten, König Yeongyangs jüngerer Bruder Geonmu habe in dieser Schlacht mehrere Hundert Todesmutige angeführt.

Ein Goguryeo-General versteckte Soldaten in einem leeren Tempel innerhalb der Außenmauer, zog dann hinaus in den Kampf und wich zurück, als sei er geschlagen.

Sui-SoldatWir sind drin!
Nehmt alles mit!
Goguryeo-GeneralJetzt!

Als der Hinterhalt losschlug, erlitt Lai Hu’er eine schwere Niederlage und kam knapp mit dem Leben davon. Nur wenige Tausend seiner Männer kehrten lebend zurück.

Unterdessen sammelten sich die neun Armeen von Yuwen Shu, Yu Zhongwen und anderen, die beim Überqueren des Liaoshui 305.000 Mann gezählt hatten, westlich des Yalu.

Yu ZhongwenSui-General · Großgeneral der Rechten GardeYuwen ShuSui-General · Großgeneral der Linken Garde
Yuwen ShuWer Reis oder Hirse wegwirft,
wird geköpft!

Jeder Soldat trug Proviant für 100 Tage, dazu Rüstung und Speer, Stoff und Zelt. Die Last eines Mannes betrug über 3 Seok.

Die Soldaten, die ihre Last nicht tragen konnten, hoben heimlich Gruben in ihren Zelten aus und vergruben den Reis.

Als sie den halben Weg hinter sich hatten, ging der Proviant schon zur Neige.

Sui-SoldatMit all dem Zeug
kommen wir nicht weiter…
Pst! Erwischt man uns,
sind wir den Kopf los.

König Yeongyang schickte Eulji Mundeok ins Sui-Lager, um sich zum Schein zu ergeben.

König YeongyangGebt vor, Euch zu ergeben,
und erkundet,
wie es um sie steht.
Eulji MundeokIch gehe – und kehre zurück.
NaruEulji Mundeoks Soldat · Erfundene Figur

In Wahrheit sollte er die Lage des Feindes auskundschaften.

Eulji Mundeok überquerte den Yalu und ging geradewegs ins Sui-Lager.

NaruGeneral,
überall Speere…
Eulji MundeokKopf hoch.
Und schau genau hin.

Yu Zhongwen hatte vorab einen geheimen Befehl des Kaisers erhalten: „Kommt der König oder Eulji Mundeok, so nehmt ihn unbedingt gefangen.“

Yu ZhongwenPackt
diesen Mann!
Liu ShilongNicht doch! Er ist gekommen,
um sich zu ergeben!
Liu ShilongSui-Befriedungskommissar

Da Liu Shilong beharrlich widersprach, ließ Yu Zhongwen Eulji Mundeok gehen.

Bald bereute Yu Zhongwen es und schickte jemanden, der Eulji Mundeok zurückrufen sollte.

Mann aus SuiWir haben noch etwas zu bereden –
kommt zurück!
NaruGeneral…
sie rufen Euch.
Eulji MundeokSchau nicht zurück.

Ohne sich umzusehen, überquerte Eulji Mundeok den Yalu und kehrte zurück.

Die beiden Generäle, die Eulji Mundeok hatten entkommen lassen, waren beunruhigt.

Yuwen ShuDer Proviant ist aus.
Wir müssen umkehren.
Yu Zhongwen100.000 Mann, und kein
kleiner Feind besiegt –
wie treten wir
vor den Kaiser?

Da der Kaiser befohlen hatte, Yu Zhongwens Kommando zu folgen, blieb Yuwen Shu nichts anderes übrig, als den Yalu zu überqueren und Eulji Mundeok nachzusetzen.

Eulji Mundeok sah, dass die Sui-Soldaten hungerten, und ergriff in jedem Gefecht die Flucht, um sie zu zermürben.

NaruGeneral, wir
weichen schon wieder?
Eulji MundeokSie hungern.
Lass sie gewinnen.

An einem einzigen Tag kämpfte Yuwen Shus Heer siebenmal – und siegte siebenmal.

Berauscht von Sieg um Sieg überquerte das Sui-Heer den Salsu und schlug 30 Li vor der Festung Pjöngjang auf einem Berg sein Lager auf.

Eulji Mundeok schrieb ein Gedicht und schickte es Yu Zhongwen.

神策究天文妙算窮地理戰勝功旣高知足願云止
NaruMitten im Krieg…
schreibt Ihr ein Gedicht?
Eulji MundeokEin Lobgedicht.

Das Gedicht, das Eulji Mundeok an Yu Zhongwen schickte

Euer wundersamer Plan ergründet die Ordnung des Himmels,
Euer feines Kalkül durchdringt die Ordnung der Erde.
Eure Siege haben Euch schon hohen Ruhm gebracht –
erkennt, wann es genug ist, und haltet ein, ich bitte Euch.

神策究天文 妙算窮地理 戰勝功旣高 知足願云止 — Samguk Sagi, Biographien, Eulji Mundeok

Yu Zhongwen„Erkennt, wann es genug ist…
und haltet ein“?

Yu Zhongwen schickte eine Antwort und wies Eulji Mundeok zurecht.

Eulji Mundeok schickte erneut einen Gesandten und ergab sich zum Schein.

Goguryeo-GesandterZieht Ihr Euer Heer ab,
bringen wir unseren König
zum Kaiser, um zu huldigen.
Yuwen ShuDie Männer sind erschöpft…
und jene Festung ist schwer zu nehmen.

Yuwen Shu nahm diese Worte zum Vorwand und ließ sein Heer umkehren.

Das Sui-Heer bildete ein Karree und zog sich zurück.

Sui-GeneralHaltet
die Formation!

Da das Heer von Goguryeo von allen Seiten angriff, mussten sie sich kämpfend zurückziehen.

Im siebten Monat 612 erreichte das zurückweichende Sui-Heer den Salsu.

Als das Heer den Fluss zur Hälfte durchquert hatte—

Eulji MundeokJetzt!
Angriff!

Das Heer von Goguryeo fiel der Sui-Nachhut in den Rücken.

Der Sui-General Xin Shixiong fiel im Kampf. Die Armeen brachen alle zugleich zusammen, und nichts konnte die Flucht aufhalten.

Sui-SoldatLauft!

Die Überlebenden flohen einen Tag und eine Nacht lang und erreichten den Yalu. Es war ein Weg von 450 Li.

Als sie den Liaoshui überquert hatten, zählten die neun Armeen 305.000 Mann.

Zur Festung Liaodong zurück kamen
2.700 Mann.

Samguk Sagi, König Yeongyang, 23. Jahr

Eulji MundeokErkennt, wann es genug ist,
und haltet ein, ich bitte Euch.
Eulji MundeokHätten sie nur gewusst,
wann man aufhört…
NaruGeneral…
wir haben gesiegt.

Die Wellen des Salsu glätteten sich wieder.

Kaiser Yang ließ Yuwen Shu und die anderen in seinem Zorn in Ketten legen, zog sein Heer ab und kehrte heim.

Alles, was Sui in diesem Krieg gewann, war Muryeora, eine kleine Goguryeo-Festung westlich des Liaoshui.

Kaiser Yang von Sui305.000…
und nur 2.700 zurück?!

613 fiel Kaiser Yang erneut ein und berannte die Festung Liaodong über 20 Tage lang Tag und Nacht. Doch dann erhob sich in Sui selbst Yang Xuangan zum Aufstand.

Goguryeo-Soldat…Viel zu
still.
Goguryeo-GeneralEine Falle.
Bleibt drinnen!

Kaiser Yang hatte sein Heer mitten in der Nacht heimlich abziehen lassen. Das Heer von Goguryeo witterte eine List und nahm erst nach zwei Tagen die Verfolgung auf.

614 bot Kaiser Yang zum dritten Mal ein Heer auf. Doch in Sui herrschte schon überall Aufruhr, und die einberufenen Truppen kamen nicht rechtzeitig.

Als Lai Hu’er, der über das Meer gekommen war, das Heer von Goguryeo bei der Festung Bisa schlug und auf Pjöngjang vorrücken wollte, schickte König Yeongyang einen Gesandten, bot die Unterwerfung an und lieferte Husi Zheng aus, der aus Sui nach Goguryeo geflohen war.

Kaiser Yang war zufrieden und zog sein Heer ab.

Zurück in seiner Hauptstadt, befahl Kaiser Yang König Yeongyang erneut, an seinen Hof zu kommen und zu huldigen.

Kaiser Yang von SuiKomm unverzüglich und huldige mir.
König Yeongyang…Ich gehe nicht.

König Yeongyang ging nie.

Danach rissen die Aufstände überall in Sui nicht mehr ab.

618 kam Kaiser Yang in Jiangdu (heute Yangzhou) durch die Hand seiner eigenen Gefolgsleute ums Leben, und die Sui-Dynastie zerfiel.

Im Herbst desselben Jahres starb auch König Yeongyang von Goguryeo. Den Thron bestieg sein Halbbruder Geonmu.

Wie Eulji Mundeok danach lebte, ist nicht überliefert. Kim Bu-sik schrieb im Samguk Sagi:

Dass das große Sui-Heer fast vollständig vernichtet wurde,
war das Werk eines einzigen Mannes: Eulji Mundeok.

滅其軍幾盡者 文德一人之力也 — Samguk Sagi, Biographien, Eulji Mundeok

Ende von Folge 34

Geschichtsnotizen

Die Szenen dieser Geschichte wurden auf Grundlage der folgenden Quellen und Fundstätten gezeichnet.

  1. Keramische Kriegerfiguren der Sui-ZeitKeramische Kriegerfiguren der Sui-Zeit · Henan-Museum, China

    Die Zahl 1.133.800

    Das Samguk Sagi folgt chinesischen Quellen und berichtet, das Sui-Heer von 612 habe 1.133.800 Mann gezählt, man habe von zwei Millionen gesprochen, und die Proviantträger seien doppelt so viele gewesen. Es heißt auch, 40 Tage lang sei jeden Tag eine Armee aufgebrochen und die Banner hätten sich über 960 Li erstreckt. Mit den Proviantträgern wären das über drei Millionen Menschen; deshalb meinen manche, die tatsächlich kämpfenden Truppen seien weniger gewesen, während andere die Angaben so annehmen, wie sie überliefert sind. Jedenfalls war es ein Feldzug von seltener Größe – das Samguk Sagi bemerkt, „in jüngerer Zeit hatte es keinen so gewaltigen Heereszug gegeben“.

    Samguk Sagi, Annalen von Goguryeo, König Yeongyang
  2. Festung Liaodong

    Die Festung Liaodong stand an der Stelle von Xiangping, einer Festung der Han-Zeit, in der Gegend des heutigen Liaoyang in der chinesischen Provinz Liaoning. 612 hielt sie monatelang stand, indem sie jedes Mal, wenn es brenzlig wurde, ihre Kapitulation anbot und so Zeit gewann. 613 fertigten die Sui über eine Million mit Erde gefüllte Säcke, um eine Rampe so hoch wie die Mauern aufzuschütten, und bauten sogar achträdrige Belagerungstürme, die höher waren als die Festung; doch gerade als der Großangriff bevorstand, brach in Sui der Aufstand Yang Xuangans aus, und die Gefahr war gebannt. Ein Wandbild im Goguryeo-Grab „Yodongseongchong“ („Grab der Festung Liaodong“) in Suncheon, Provinz Süd-Pyongan, zeigt diese Festung zusammen mit den Schriftzeichen „遼東城“. 645 sollte die Festung Liaodong dem Heer der Tang erliegen.

    Samguk Sagi, Annalen von Goguryeo, König Yeongyang
  3. Taedong-Tor, PjöngjangTaedong-Tor, Pjöngjang · Ein Tor der Festung Pjöngjang am Taedong-Fluss (1635 wiedererrichtet)

    Die Flotte vor Pjöngjang und Geonmu

    Der Sui-General Lai Hu’er führte die Flotten aus dem Gebiet von Jangtse und Huai über das Meer und in den Paesu (Taedong-Fluss). Das Samguk Sagi berichtet, er sei mit Zehntausenden Elitesoldaten bis an den Fuß der Festung Pjöngjang gelangt, dann aber von einem Hinterhalt in einem leeren Tempel innerhalb der Außenmauer schwer geschlagen worden; nur wenige Tausend kehrten lebend zurück. Der Name des Generals, der den Hinterhalt anführte, ist nicht überliefert. Auch chinesische Quellen erzählen von dieser Schlacht. Die Biographie Lai Hu’ers im Buch der Sui berichtet, als sich die Sui-Soldaten zum Plündern in der Stadt zerstreuten, habe Geonmu (建武), der jüngere Bruder des Königs von Goguryeo, 500 Todesmutige gesammelt und angegriffen, worauf Lai Hu’er sich zurückzog; die Geschichte der Nördlichen Dynastien sagt, der jüngere Bruder des Königs, „Geon“ (建), sei mit mehreren Hundert Todesmutigen zum Kampf herausgekommen und enthauptet worden. Beides fehlt im Samguk Sagi. Wegen der Namensgleichheit wird dieser Mann meist mit König Yeongnyu (Folge 35) gleichgesetzt, der 618 seinem älteren Bruder auf den Thron folgte; dann wäre diese Stelle in der Geschichte der Nördlichen Dynastien nicht zutreffend.

    Samguk Sagi, Annalen von Goguryeo, König Yeongyang · Buch der Sui · Geschichte der Nördlichen Dynastien
  4. Frühe Ausgabe des Samguk SagiFrühe Ausgabe des Samguk Sagi

    Eulji Mundeoks Gedicht

    Das Gedicht, das Eulji Mundeok an Yu Zhongwen schickte, ist in seiner Biographie im Samguk Sagi überliefert. Das kurze Gedicht aus vier Zeilen zu je fünf Schriftzeichen gilt als eines der ältesten überlieferten Gedichte in klassischem Chinesisch aus der koreanischen Geschichte. Vordergründig preist es die Klugheit des feindlichen Feldherrn in den höchsten Tönen, doch die letzte Zeile, „erkennt, wann es genug ist, und haltet ein“, wird als spöttische Aufforderung zum Abzug gedeutet. Yi Gyu-bo aus Goryeo lobte die Verskunst des Gedichts als eigenwillig und altertümlich, voll kraftvollen Geistes.

    Samguk Sagi, Biographien, Eulji Mundeok · Enzyklopädie der koreanischen Kultur
  5. Wo lag der Salsu?

    Salsu ist der Name eines Flusses aus der Goguryeo-Zeit; meist setzt man ihn mit dem heutigen Cheongcheon-Fluss in der Provinz Nord-Pyongan gleich. Laut dem Samguk Sagi überquerten die neun Sui-Armeen den Salsu und kamen bis 30 Li vor die Festung Pjöngjang; auf dem Rückweg wurden sie von hinten angegriffen, als sie den Salsu zur Hälfte durchquert hatten. Die Überlebenden flohen an einem Tag und einer Nacht 450 Li weit bis zum Yalu, und von den 305.000 Mann, die den Liaoshui überquert hatten, kehrten nur 2.700 zur Festung Liaodong zurück. Diese Schlacht nennt man den „Großen Sieg am Salsu“ (Salsu Daecheop).

    Samguk Sagi, Annalen von Goguryeo, König Yeongyang · Enzyklopädie der koreanischen Kultur
  6. Wer war Eulji Mundeok?

    Die Biographie im Samguk Sagi sagt, Eulji Mundeoks Herkunft sei unbekannt. Das Haedong Myeongjang-jeon aus der späten Joseon-Zeit nennt ihn einen Mann aus Seokdasan bei Pjöngjang, doch diese Quelle ist viel jünger und nicht verlässlich; manche halten „Eulji“ für denselben Namen wie „Yuchi“ (尉遲), einen Familiennamen der Xianbei, und vermuten, er stamme aus einer eingebürgerten Familie. Kim Bu-sik nannte die fast vollständige Vernichtung des großen Sui-Heeres „das Werk eines einzigen Mannes, Eulji Mundeok“, und 1908 veröffentlichte Sin Chae-ho die Biographie Eulji Mundeok, die ihn als Helden, der das Land verteidigte, weithin bekannt machte. Der junge Soldat Naru, der ihm in dieser Folge zur Seite steht, ist eine erdachte Figur; auch die Szene mit Eulji Mundeok im Palast 607, Geonmus Ausritt, Eulji Mundeok auf dem Hügel am Salsu, die Worte der Figuren und das Aussehen der Zelte und des Fährboots sind auf Grundlage der Quellen erdacht.

    Samguk Sagi, Biographien, Eulji Mundeok · Enzyklopädie der koreanischen Kultur
  7. Kaiser Yang von SuiKaiser Yang von Sui in der Rolle der dreizehn Kaiser · Ein Gemälde, das Yan Liben zugeschrieben wird

    Der Untergang der Sui

    Mit drei Feldzügen gegen Goguryeo und gewaltigen Bauvorhaben wie dem Kaiserkanal erschöpfte die Sui-Dynastie die Kräfte ihres Volkes. Ab 611 begannen die Menschen, die unter der harten Fronarbeit für die Kriegsvorbereitungen litten, sich zu erheben, und 613 rebellierte sogar der Adlige Yang Xuangan. Beim dritten Feldzug 614 trafen die einberufenen Truppen nicht rechtzeitig ein. 618 wurde Kaiser Yang in Jiangdu (heute Yangzhou) von seinen eigenen Gefolgsleuten getötet; der Anführer dieser Revolte, Yuwen Huaji, war der Sohn von Yuwen Shu, dem am Salsu geschlagenen General. Im selben Jahr gründete Li Yuan die Tang-Dynastie.

    Samguk Sagi, Annalen von Goguryeo, König Yeongyang · Buch der Sui

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Folge 35 · Die Tausend-Li-Mauer

Nach dem Fall der Sui und dem Aufstieg der Tang sucht Goguryeo Frieden mit dem neuen Nachbarn. Doch als Tang 631 den Gyeonggwan („Siegeshügel“) aus der Sui-Zeit einreißt, beginnt Goguryeo an seiner Westgrenze eine tausend Li lange Mauer zu bauen – und Yeon Gaesomun, der Aufseher mit den fünf Schwertern, tritt auf.

Bildnachweis

Alle Illustrationen dieses Webtoons sind neu gezeichnet; Namen und Dialoge der Figuren sind auf Grundlage historischer Fakten und Forschungsergebnisse frei nachgestaltet. Datierungen und Deutungen folgen der in der Forschung üblichen Darstellung; wo die Meinungen auseinandergehen, sagen es die Geschichtsnotizen.