Dorim, der Go spielende Mönch
In jeder Szene klingen Wind, Lagerfeuer und Fluss anders, und die Musik folgt dem Lauf der Geschichte.
427 verlegte König Jangsu von Goguryeo die Hauptstadt von der Festung Gungnae nach Pjöngjang am Taedong-Fluss. Er nahm Feng Hong, den vor den Nördlichen Wei geflohenen König der Nördlichen Yan, auf, ließ ihn aber am Ende töten, und am Namhan-Fluss blieb eine Goguryeo-Stele zurück, die Sillas König „Maegeum der Ostbarbaren“ nannte. Nach achtundneunzig Lebensjahren starb König Jangsu 491.
Figuren
Liebt das Go-Spiel
Geht nach Baekje hinüber
Im Jahr 475 zweiundachtzig
Sangjwapyeong (Erster Minister)
Stammt aus Baekje
Stammt aus Baekje
Die Geschichte führt nun zurück ins Jahr 455. Südlich des Han-Flusses lag Hanseong, die Hauptstadt Baekjes.
Gyeongsa, der älteste Sohn König Biyus, bestieg den Thron. Dieser König, der das Go-Spiel über alles liebte, ist als König Gaero bekannt.
Im Jahr 472 schickte König Gaero Gesandte mit einem Schreiben zu den Nördlichen Wei, der großen Macht in Nordchina.
stammen beide aus Buyeo.
haben all unseren Reichtum und unsere Kraft verzehrt.
Das Schreiben fuhr fort:
Wenn Ihr rasch auch nur einen General schickt
und mein Reich rettet,
will ich meine Tochter senden, damit sie in Eurem Frauenpalast die Böden fegt.
速遣一將 來救臣國 當奉送鄙女 執箒後宮 — Samguk Sagi, Annalen von Baekje, König Gaero, 18. Jahr
Das Schiff mit den Gesandten überquerte das Gelbe Meer in Richtung der Nördlichen Wei.
Der Kaiser der Nördlichen Wei bewirtete die Gesandten aus der Ferne großzügig. Truppen aber schickte er nicht.
Goguryeo dient Uns seit Langem
und hat sich noch nie Unseren Befehlen widersetzt.
於國 未有犯令之愆 — Die Antwort der Nördlichen Wei, überliefert in den Annalen von Baekje im Samguk Sagi
Die Nördlichen Wei schickten ihren Gesandten Shao An nach Baekje, um die Antwort zu überbringen. Shao An wollte durch Goguryeos Gebiet reisen.
sind alte Feinde.
Euch nicht durch.
Shao An und sein Gefolge versuchten es erneut auf dem Seeweg, wurden aber vom Wind abgetrieben und erreichten Baekje nie.
Verbittert über die Nördlichen Wei, hörte König Gaero schließlich auf, Gesandte zu ihnen zu schicken.
Unterdessen schmiedete König Jangsu in Pjöngjang
insgeheim Pläne, Baekje anzugreifen.
König Jangsu suchte jemanden, der sich als Spion nach Baekje einschleichen sollte.
doch ich möchte dem Reich seine Gnade vergelten.
werde ich Eurem Befehl keine Schande machen.
Haltet ihn!
Dorim gab sich als flüchtiger Verbrecher aus und floh nach Baekje.
Bald darauf erschien beim König von Baekje ein Mönch, der angeblich nach einem Vergehen aus Goguryeo geflohen war.
und es darin zu einiger Meisterschaft gebracht.
eine Partie spielen.
Als der König ihn rufen ließ und mit ihm spielte,
zeigte sich: Er war wahrhaftig der beste Spieler des Landes, ein Großmeister.
Der König erhob Dorim zu seinem Ehrengast (Sanggaek) und hatte ihn stets an seiner Seite. Beide bedauerten, einander nicht früher begegnet zu sein.
erst jetzt!
Eines Tages ergriff Dorim leise das Wort.
und war Euch nicht im Geringsten von Nutzen.
Nun möchte ich Euch einen Rat geben.
ist es genau das, was ich mir von Euch erhoffe, Meister.
von Bergen und Hügeln, Flüssen und Meer umgeben.
kein Nachbar wagt es, die Hand danach auszustrecken.
Schon vor langer Zeit hatten Onjos Gefolgsleute dieses Land „eine vom Himmel gesandte Festung“ genannt.
Darum müsstet Ihr, Majestät, mit erhabener Macht und reichem Wohlstand
Augen und Ohren aller in Staunen versetzen, doch…
王當以崇高之勢 富有之業 竦人之視聽 — Samguk Sagi, Annalen von Baekje, König Gaero, 21. Jahr
ruhen in einem Behelfsgrab im Freien,
stürzen immer wieder im Hochwasser ein.
halte ich das für falsch.
Ich werde es tun!
ist gesetzt.
Der König bot das ganze Volk auf. Man dämpfte Erde, schüttete daraus Mauern auf und baute darin Paläste, Türme und Pavillons.
Alles war prächtig und prunkvoll.
Aus dem Ukriha (dem Han-Fluss) holte man große Steine, fertigte daraus einen steinernen Sarkophag und bestattete darin die Gebeine seines Vaters, König Biyu.
Auch Deiche wurden entlang des Flusses aufgeschüttet, von östlich von Saseong bis nördlich von Sungsan.
würdig bestattet.
Die Speicher des Staates waren leer, das Volk verarmte und litt Not.
und heimkommt…
Laut dem Samguk Sagi war das Reich damals in größerer Gefahr „als ein Stapel aufgetürmter Eier“.
Als die Staatskasse erschöpft war, stahl sich Dorim davon und kehrte nach Goguryeo zurück.
Majestät.
Dorim kehrte nach Pjöngjang zurück und berichtete König Jangsu über die Lage in Baekje.
das Brett abzuräumen.
Erfreut übergab König Jangsu seinen Generälen Truppen.
Im neunten Monat des Jahres 475 stürmten 30.000 Soldaten Goguryeos auf Hanseong, die Hauptstadt Baekjes, zu.
Angeführt wurden die Truppen von Daero Jeu, Jaejeung Geollu, Goi Mannyeon und anderen.
Geollu und Mannyeon stammten ursprünglich aus Baekje. Sie hatten dort Verbrechen begangen und waren nach Goguryeo geflohen.
und habe einem Betrüger geglaubt.
wer würde jetzt für mich kämpfen?
doch du musst nicht auch sterben.
und führe das Königshaus fort.
Munju brach mit Mokhyeop Manchi und Jomi Geolchwi nach Süden auf – um Silla um Hilfe zu bitten.
ganz gewiss zurück.
Das Heer Goguryeos teilte sich in vier Abteilungen und bedrängte Hanseong von zwei Seiten. Der König konnte nur die Tore verriegeln; zum Kampf hinauszuziehen vermochte er nicht.
Das Heer Goguryeos nutzte den Wind, legte Feuer und brannte die Tore nieder.
Nach sieben Tagen fiel die Nordfestung.
Als das Heer Goguryeos gegen die Südfestung (vermutlich die heutige Erdfestung Mongchon) vorrückte, ergriff die Menschen darin Entsetzen.
soll gefallen sein!
Mit einigen Dutzend Reitern verließ der König die Festung durch das Tor und floh nach Westen.
Die Goguryeo-Truppen setzten ihm nach. Der General Geollu und die anderen erkannten den König, stiegen von den Pferden und verneigten sich.
Dann spuckten sie dem König dreimal ins Gesicht und hielten ihm seine Verbrechen eines nach dem anderen vor.
Gefesselt wurde der König an den Fuß der Festung Acha geschleppt und verlor dort sein Leben.
Munju kehrte mit 10.000 Soldaten aus Silla zurück. Doch das Heer Goguryeos war bereits abgezogen.
Die Festung war gefallen, der König tot. Das Heer Goguryeos war mit 8.000 gefangenen Männern und Frauen heimgezogen.
Munju bestieg den Thron. Im zehnten Monat jenes Jahres verlegte König Munju die Hauptstadt nach Süden, nach Ungjin (heute Gongju, Süd-Chungcheong).
nicht am Ende.
So verlor das Go-Brett am Han-Fluss seinen Herrn.
Baekje verlor seine Hauptstadt am Han-Fluss, die es der Überlieferung nach seit Onjos Zeiten gehalten hatte.
Doch Baekje ging nicht unter.
Im südlichen Ungjin wartete es auf den Tag, an dem es sich wieder erheben würde.
