Der Meisterschütze aus dem Ei
In jeder Szene klingen Wind, Lagerfeuer und Fluss anders, und die Musik folgt dem Lauf der Geschichte.
Fast ein Jahr lang hatte die Festung Wanggeom dem großen Heer der Han standgehalten. Als sie 108 v. Chr. fiel, ging Gojoseon zu Ende. Doch auf den weiten Ebenen im Norden lebten andere Reiche wie Buyeo weiter.
Figuren
Sie erzählt diese Geschichte
Ein guter Bogenschütze
Nahm Yuhwa bei sich auf
des Himmelskönigs
Zu der Zeit, als Gojoseon fiel, lag im Norden auf den weiten Ebenen am Songhua-Fluss das Reich Buyeo.
fünf Getreide gut gereift!
Die Menschen von Buyeo trugen gern Weiß. Sie bestellten die Felder und züchteten Pferde und Rinder.
Im zwölften Monat kamen die Menschen aus dem ganzen Reich zusammen, brachten dem Himmel Opfer dar und aßen, tranken, sangen und tanzten tagelang.
wir empfangen den Himmel!
Dieses Fest hieß „Yeonggo“. An diesem Tag ließ man sogar die Gefangenen frei.
In diesem Land Buyeo gab es eine Geschichte, die seit alters überliefert wurde.
Die Geschichte eines Kindes, das aus einem Ei geboren wurde,
und seiner Mutter.
Die Sage von Jumong
Die Geschichte des Gründers von Goguryeo, wie sie das Samguk Sagi und Yi Gyu-bos „Lied von König Dongmyeong“ überliefern
Vor langer Zeit lebte Haeburu, ein alter König ohne Sohn. Eines Tages sah sein Pferd einen großen Stein am Teich und vergoss Tränen.
des Himmels!
Unter dem Stein lag ein Kind, das wie ein goldener Frosch aussah. Der König nannte es „Geumwa“ (Goldfrosch) und zog es auf.
Später drängte der oberste Minister Aranbul darauf, die Hauptstadt zu verlegen – es sei der Wille des Himmels.
Haeburu zog nach Gaseobwon an der Ostküste und nannte sein Reich „Ost-Buyeo“. Nach seinem Tod bestieg Geumwa den Thron.
Und in der alten Hauptstadt, die sie verlassen hatten,
erschien ein Mann, der sich Sohn des Himmelskönigs nannte.
des Himmelskönigs!
Laut dem „Lied von König Dongmyeong“ kam er in einem Wagen herab, den fünf Drachen zogen.
YuhwaIch bin Yuhwa, die Tochter des Wassergottes Habaek. Eines Tages, als ich mit meinen jüngeren Schwestern zum Spielen ans Wasser ging, begegnete ich ihm.
des Himmelskönigs.
YuhwaEr lockte mich in ein Haus am Yalu, unterhalb des Berges Ungsim.
YuhwaDann ging er fort und kehrte nie zurück.
YuhwaMeine Eltern schalten mich, weil ich ohne Ehestifter einem Mann gefolgt war, und verbannten mich nach Ubalsu.
YuhwaAm Wasser von Ubalsu begegnete ich König Geumwa von Ost-Buyeo.
und warum seid Ihr allein hier?
die Tochter Habaeks.
YuhwaKönig Geumwa fand mich seltsam und sperrte mich in eine Kammer tief im Palast.
YuhwaDoch das Sonnenlicht drang in die Kammer und schien auf mich.
YuhwaWich ich aus, folgte mir das Sonnenlicht und schien wieder auf mich.
YuhwaDanach wurde ich schwanger und legte ein Ei. Es war riesig, so groß wie ein Gefäß, das fünf Maß Korn fasst.
Was für ein Unding!
und Schweinen vor!
YuhwaDoch weder die Hunde noch die Schweine fraßen es.
auf den Weg!
YuhwaDie Rinder und Pferde traten nicht darauf, sondern wichen aus.
dem Feld aus!
YuhwaVögel kamen geflogen und bedeckten es mit ihren Flügeln.
YuhwaDoch das Ei zerbrach nicht.
YuhwaDer König gab mir das Ei zurück. Ich wickelte es in ein Tuch und legte es an einen warmen Ort.
dich warm und beschützt dich.
YuhwaEndlich durchbrach ein kleiner Junge die Schale.
YuhwaDas Kind hielt meinen Finger fest. An jenem Tag weinte ich zum ersten Mal laut.
Laut dem „Lied von König Dongmyeong“ sprach das Kind schon, als es noch keinen Monat alt war.
in die Augen, ich kann nicht schlafen.
Pfeil und Bogen!
YuhwaAls ich ihm einen Bogen aus Buschklee machte, traf das Kind jede Fliege auf dem Spinnrad, auf die es schoss.
Das Kind wuchs prächtig heran. Mit sieben Jahren machte es sich selbst Pfeil und Bogen,
und wann immer es schoss, traf es hundertmal von hundert.
In der Sprache Buyeos nannte man einen guten Bogenschützen
„Jumong“.
König Geumwa hatte sieben Söhne. Die Prinzen waren stets mit Jumong zusammen, doch keiner kam ihm an Geschick gleich.
von Menschen geboren.
bringt er später großes Unheil.
Der König hörte nicht auf ihn. Stattdessen ließ er Jumong die Pferde hüten.
hütet fremde Pferde…
Da wäre ich lieber tot.
doch deinetwegen, Mutter,
bringe ich es nicht übers Herz zu gehen.
YuhwaGenau das hatte mich Tag und Nacht gequält.
YuhwaFür einen weiten Weg braucht man ein gutes Pferd. Ich nahm eine lange Peitsche und ging zum Stall.
Jumong gab dem flinken Pferd absichtlich wenig zu fressen, damit es abmagerte. Die trägen Pferde dagegen fütterte er gut und machte sie fett.
Als der König die Ställe besichtigte und die fetten Pferde sah, war er hocherfreut.
reite ich selbst.
kannst du haben.
Majestät.
Wortlos nahm Jumong die Zügel.
Und er fütterte und pflegte das Pferd mit aller Hingabe.
Wo andere nur Demütigung gesehen hätten,
schulte Jumong seinen Blick für gute Pferde.
Bei der Jagd bekam Jumong nur ein paar Pfeile.
kaum Pfeile…!
Trotzdem erlegte Jumong weit mehr Wild.
YuhwaWieder schmiedeten die Prinzen und die Höflinge Pläne, Jumong zu töten. Insgeheim erfuhr ich davon.
endgültig weg.
wollen dir etwas antun.
kommst du überall zurecht.
und Schmach zu erleiden,
und vollbringe Großes.
YuhwaIch biss mir auf die Lippen, um nicht zu weinen.
YuhwaMein Sohn brachte es nicht über sich zu gehen. Ich wickelte Samen der fünf Getreide ein und drückte sie ihm in die Hand.
bestell das Land, wo du auch bist.
YuhwaJene Nacht war die letzte, die ich mit meinem Sohn verbrachte.
hat er vergessen…
meinem Sohn.
Laut dem „Lied von König Dongmyeong“ war Jumong vom Abschiedsschmerz so überwältigt, dass er die Gerstensamen vergaß.
Jumong ritt mit seinen drei Freunden Oi, Mari und Hyeopbo nach Süden.
Die Fackeln der Verfolger kamen immer näher.
Und keine Brücke weit und breit!
Vor ihm ein tiefer Fluss, hinter ihm der Hufschlag der Verfolger.
Jumong rief dem Fluss zu.